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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Auszeichnung für Anneke de Rudder, Spezialistin für NS-Raubgut in der Stabi

30. Januar 2024
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Sara Nachama, Jury-Präsidentin; Cornelia Seibeld, Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses; Anneke de Rudder; Regierender Bürgermeister Kai Wegner; Joel Obermayer, Vorsitzender der Obermayer-Stiftung

Unsere Kollegin Anneke de Rudder, Historikerin und Projekt-Mitarbeiterin der Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut in der Stabi erhielt am 29.01.2024 den Obermayer Award verliehen. Ziel dieses Preises ist die Würdigung von „Einzelpersonen und Organisationen in Deutschland, die mit kreativem und uneigennützigem Engagement dazu beigetragen haben, die jüdische Geschichte und Kultur in ihren Gemeinden zu bewahren und Hass, Vorurteilen und Antisemitismus entgegenzuwirken.“ Verliehen wird die Auszeichnung während einer Veranstaltung des Abgeordnetenhauses von Berlin anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages.
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Die Stabi gibt NS-Raubgut zurück – und bekommt es geschenkt.

19. Oktober 2022
von Redaktion — abgelegt in: Aktuelles — 1.148 Aufrufe

Zur Restitution von Autographen aus der Sammlung Dr. Heinrich Spiero.

Von Anneke de Rudder.

Am 22. September restituierte die Stabi mehr als 250 Briefe der bekannten Hamburger Schriftsteller Detlev von Liliencron, Gustav Falke und Richard Dehmel an ihre rechtmäßigen Eigentümer:innen. Die Unikate, die 1937 im Berliner Auktionshaus J. A. Stargardt angekauft wurden, gehörten dem Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und leidenschaftlichen Autographensammler Dr. Heinrich Spiero (1876 – 1947). Er war eine wichtige Figur in der deutschen Literaturszene, zunächst in Hamburg und später in Berlin. Bis 1914 gehörte er zum Hamburger literarischen Zirkel rund um Liliencron, Falke und Dehmel, mit denen er eine umfangreiche Korrespondenz pflegte und über die er mehrfach publizierte. In der NS-Zeit als Jude verfolgt und mit Berufsverbot belegt, musste Heinrich Spiero 1937 in existenzieller Not viele Stücke aus seiner Sammlung veräußern. Dazu gehörten auch die vielen Briefe der Hamburger Dichter an Heinrich Spiero, die nun als NS-Raubgut restituiert wurden.
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Ein emotionales Wiedersehen – dank eines ehrlichen Finders!

6. September 2022
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Von Ulrike Preuß.

Seit 2006 durchsucht die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ihre Bestände nach NS-Raubgut, dokumentiert und veröffentlicht die Ergebnisse und bemüht sich, die rechtmäßigen Eigentümer:innen ausfindig zu machen sowie ihnen die Rückgabe der gefundenen Bücher anzubieten. Für die Mitarbeiter:innen der Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut sind dabei insbesondere die Treffen mit den rechtmäßigen Eigentümer:innen oder ihren Familienangehörigen oft eine sehr bewegende Erfahrung, die noch lange nachwirkt.

Eine der beeindruckendsten Begegnungen, die wir in den vergangenen Jahren hatten und die auch das Selbstverständnis unserer Arbeit sehr geprägt hat, verdanken wir der Großnichte von Emil Netter, der wir 2012 im Rahmen einer Ausstellungseröffnung einen Band mit dem Exlibris ihres Großonkels übergeben konnten. Frau Netters offene Worte haben uns damals sehr berührt. Und, auch wenn der unmittelbare Kontakt über die Jahre verloren ging, so haben wir uns doch oft sehr dankbar an diese Begegnung erinnert.
Aber: unverhofft kommt oft!
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Von Wiebke von Deylen.

Stellvertretender Direktor Olaf Eigenbrodt

Am 19. Juli wurde die Ausstellung Sehr erfreuliche Vermehrungen“. Zur Suche nach NS-Raubgut in den Sondersammlungen der Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg mit einer Abendveranstaltung eröffnet. Die bis zum 22.09.2022 laufende Ausstellung zeigt erste Ergebnisse eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Forschungsprojekts.

Kuratorin Anneke de Rudder

Im ihrem einleitenden Vortrag erläuterte Anneke de Rudder, Provenienzforscherin im Projekt und Kuratorin der Ausstellung u.a. ihre Vorgehensweise zur Aufarbeitung ungeklärter Zugänge von Autographen bekannter Schriftsteller und von anderen wertvollen Materialien während der NS-Zeit. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen standen dann die vom NS-System Beraubten und ihre Sammlungen. Anneke de Rudder verdeutlichte in ihrem beeindruckenden Vortrag, wie eng die nach 1933 zunehmend Entrechteten und Verfolgten in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als hoch angesehene Mitglieder in Literaturzirkel und Bibliophilenvereinigungen eingebunden waren. Durch eingeschobene Lesungen aus Originaldokumenten kamen die Betroffenen und ihre Nachkommen ebenfalls zu Wort.
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Stabi restituiert gemeinsam mit der ZB Recht NS-Raubgut an die Friedrich-Ebert-Stiftung

18. November 2021
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Von der Arbeitsstelle Provenienzforschung.

Stabi-Direktor Prof. Robert Zepf und Regine Schoch von der FES mit der Restitutionsvereinbarung

Stabi-Direktor Prof. Robert Zepf und Regine Schoch von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit der Restitutionsvereinbarung

Am 17. November 2021 hat die Stabi zusammen mit der Zentralbibliothek Recht über 100 Bücher, Briefe und Materialien zu Otto von Bismarck an die Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. restituiert. Die Unterzeichnung der Restitutionsvereinbarung und die Übergabe der Sammlung fanden in Gegenwart einer Vertreterin der FES und einiger geladener Gäste statt. Im Rahmen der Zeremonie wurde auch noch einmal die wechselvolle Geschichte der ursprünglich in Aumühle ansässigen „Bismarck-Bücherei Specht“ nachgezeichnet, die 1927 an den SPD-eigenen Auer-Verlag verkauft worden war und zur Zeit des Nationalsozialismus als Raubgut in den Bestand der Staats- und Universitätsbibliothek gelangte.
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Von der Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut.

Zum diesjährigen Tag der Provenienzforschung, an dem Forscher*innen aus einer Vielzahl von Institutionen erneut ihre Arbeit vorstellen, rückt die Stabi mit einer Präsentation von Ulrike Preuß zu Ludwig Levys Büchern die Bedeutung der Erinnerung in den Mittelpunkt – ein Aspekt, der in der alltäglichen Routine von Recherche und Abgleich, Dokumentation und Korrespondenz auch in der Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut manchmal in den Hintergrund gerät.
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Start der zweiten Phase des Projekts „NS-Raubgut in den Sondersammlungen“

29. Juli 2020
von Redaktion — abgelegt in: Aktuelles — 2.037 Aufrufe

Von Anneke de Rudder.

Gute Neuigkeiten für die Stabi: Das Forschungsprojekt zu NS-Raubgut in den Sondersammlungen der Bibliothek startet am 1. August 2020 in seine zweite Projektphase! Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat im Frühjahr den Antrag der Bibliothek bewilligt, die Provenienzforschung zu Manuskripten, Porträts, seltenen Büchern und anderen Sondermaterialien bis 2022 fortzusetzen. Damit ist die Stabi eine von 25 Institutionen, die das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in seiner ersten Förderrunde 2020 bedacht hat.
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Tag der Provenienzforschung am 8. April 2020

8. April 2020
von Redaktion — abgelegt in: Aktuelles,Ausstellungen und Veranstaltungen — 1.985 Aufrufe

Von Anneke de Rudder.

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr geht es nun weiter: Am 8. April 2020 findet in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern zum zweiten Mal der Tag der Provenienzforschung statt, organisiert vom Arbeitskreis Provenienzforschung e.V..
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12. Treffen AK Provenienzforschung und Restitution Bibliotheken

29. November 2019
von Redaktion — abgelegt in: Aktuelles — 1.891 Aufrufe

Von Anneke de Rudder.

Hamburg, 27.-29.11.2019.

12. Treffen AK Provenienzforschung im Lichthof der SUB Hamburg

2014 trafen sich österreichische und deutsche Provenienzforscher*innen aus Bibliotheken zum ersten Mal in Hamburg und gründeten den Arbeitskreis „Provenienzforschung und Restitution Bibliotheken“. Seitdem trifft sich der Kreis regelmäßig zum Erfahrungsaustausch über die Suche nach Büchern, die sich zu Unrecht im Besitz öffentlicher Bibliotheken befinden. Als Gastgeberin fungiert jeweils eine Bibliothek in Deutschland oder Österreich. Nun war mal wieder die Hamburger Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut dran: Vom 27. bis 29.11.2019 trafen sich die Provenienzforscher*innen an der SUB Hamburg und im Jüdischen Kulturhaus im Karolinenviertel.

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Von der Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut.

Der Raum 312 im Altbau der Staatsbibliothek war am 24. Oktober 2019 gut gefüllt: auf Einladung der Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut waren viele Interessierte gekommen, um bei einer Restitution von Büchern dabei zu sein und so einen besonderen „Fall“ der Arbeitsstelle zum Abschluss zu bringen.

Jacob Hans Sternheim Der Hintergrund: Jacob Hans Sternheim wurde 1880 in eine Berliner Bankiersfamilie geboren. Die Sternheims waren enge Freunde der Familie Theodor Fontanes. Sie traten schon im späten 19. Jahrhundert vom Judentum zum Protestantismus über. Als ihr Sohn Hans 1893 getauft wurde, übernahm Fontane die Patenschaft und blieb bis zu seinem Tod 1898 in enger Verbindung mit seinem Patenkind.

1934 wurde Hans Sternheim als Geschäftsführer der Druckerei entlassen, für die er fast vierzig Jahre lang gearbeitet hatte. Zwischen 1936 und 1939 mussten Hans und seine Frau Ida, die in der NS-Zeit beide als „Volljuden“ verfolgt wurden, mehrfach in immer engere Quartiere umziehen. Die Entscheidung Hans Sternheims, im Mai 1939 Bücher zu verkaufen, ist im Zuge wachsender finanzieller Not gefallen. Dieser unfreiwillige Verkauf ist somit als NS-Raubgut im Sinne der Washingtoner Erklärung einzustufen.

Als die Sternheims Ende 1942 nach Theresienstadt deportiert wurden, hatten sie keinerlei finanzielle Mittel mehr. 1944 wurden sie in Auschwitz ermordet. Ihr einziges Kind Käthe Mertens, geschiedene Frau eines nichtjüdischen Berufsoffiziers, musste in Berlin Zwangsarbeit leisten. Anfang 1944 konnte sie untertauchen und überlebte den Krieg in der Oberlausitz. Käthe Mertens‘ 1929 geborene Tochter Ingrid lebt bis heute in Berlin. Im Sommer 2019 hat die Arbeitsstelle Provenienzforschung der SUB Kontakt zu ihr aufgenommen. Sie war über die Verbindung hoch erfreut und hat sich entschieden, die Bücher ihres Großvaters in der SUB zu belassen, In einer großzügigen Geste hat sie uns sogar noch etwas zusätzlich geschenkt: Familienfotos, Originaldokumente, Briefe und zwei Bände mit Fontane-Gedichten aus Familienbesitz – darunter einen mit persönlicher Widmung Theodor Fontanes an Hans Sternheims Mutter Marie, „in herzlicher Freundschaft“. Als Teilnachlass Hans Sternheim gehört das Konvolut nun zu den Sondersammlungen der SUB.
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