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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Zum 150. Geburtstag von Svend Fleuron: Der Tierschriftsteller

5. Januar 2024
von Redaktion — abgelegt in: Aufgelesen,Schätze der Stabi — 724 Aufrufe

Von Melisande Schroers.

Autobiografische Konvolute von Svend Fleuron

Am 4. Januar vor 150 Jahren, dem ersten Sonntag des Jahres 1874, wurde Svend Fleuron geboren. Der heute weitgehend in Vergessenheit geratene dänische Schriftsteller erfreute sich mit seinen Natur- und Tiergeschichten insbesondere in Deutschland großer Beliebtheit. Seine Beobachtungsgabe für das Verhalten der Tiere war außergewöhnlich, ebenso deren literarische Darstellung als trieb- und instinktgeleitete Wesen. Der Nachlass von Fleuron befindet sich seit 1971 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Nach seiner Schulzeit schlug Fleuron zunächst eine Laufbahn als Offizier ein, verabschiedete sich 1921 allerdings aus dem dänischen Heer, um sich fortan ganz dem Schreiben zu widmen. Die deutsche Erstausgabe seines Debüts „Ein Winter im Jägerhofe“ war bereits 1912 erschienen. Weitere Bücher trugen Titel wie „Schnipp Fidelius Adelzahn. Ein Dackelroman“ (1924), „Tillip. Die Geschichte einer Buntspechtfamilie“ (1928) oder „Der Marder Kurúru“ (1956). Im Jahr 1966 verstarb Fleuron im Alter von 92 Jahren in Dänemark.
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Rowohlt-Bucharchiv zieht in die Stabi

6. November 2023
von Konstantin Ulmer — abgelegt in: Aktuelles,Hamburg,Schätze der Stabi — 1.292 Aufrufe

(c) Elisa Sommerer

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg übernimmt das Bucharchiv der Rowohlt Verlage, bestehend aus etwa 35.000 Erstauflagen bisher erschienener Bücher, die der Rowohlt Verlag seit seiner Gründung gesammelt hat – darunter epochale Titel wie Franz Kafkas Erstling „Betrachtung“ (1912), Hans Falladas Welterfolg „Kleiner Mann – was nun?“ (1932) oder Mascha Kalékos Buchdebüt „Das lyrische Stenogrammheft“ (1933). Weiter lesen “Rowohlt-Bucharchiv zieht in die Stabi”

Konvolut von Briefen Wolfgang Borcherts an Aranka Jaenke

Konvolut von Briefen Wolfgang Borcherts an Aranka Jaenke

Der Nachlass Wolfgang Borcherts (1921–1947) ist einer der eindrucksvollsten und bedeutendsten Bestände in den Sondersammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Neben der Flachware – also Manuskripten, Briefen, Zeichnungen und Fotografien – beinhaltet der Nachlass auch Borcherts Bibliothek und zahlreiche persönliche Gegenstände wie die Tabakpfeife des Autors, das Buddelschiff „Tui Hoo“ oder ein getrocknetes Seepferdchen. Seit dem 100. Geburtstag des Autors im Mai 2020 können Interessierte den Bestand in der eigens errichteten „Borchert-Box“ vor Ort und in einer virtuellen Präsentation besichtigen. Abgeschlossen ist die Sammlung indes noch nicht, weil immer wieder Briefe, Skizzen oder signierte Bücher auftauchen, mit denen der Bestand ergänzt wird. Jüngst hat die Stabi ihre Borchert-Sammlung um ein besonderes Konvolut ergänzt: Aus dem Nachlass der Schauspielerin Aranka Jaenke-Mamero konnten fünf Briefe von Wolfgang Borchert erworben werden, zu denen der Autor drei handschriftliche Gedichte beigelegt hatte, zwei davon extra für die Adressatin verfasst. Zudem erhielt die Stabi etliche Fotos der Schauspielerin.

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Hamburger Stammbücher online

6. März 2023
von Markus Trapp — abgelegt in: Hamburg,Schätze der Stabi — 1.204 Aufrufe

Von Nele Leiner.

Hamburger Stammbücher

Hamburger Stammbücher

Im Februar 2023 konnte an der SUB ein weiteres besonderes Projekt abgeschlossen werden: die Digitalisierung von 350 Stammbüchern aus Hamburg. Dabei wurden Bestände der SUB, der Bibliothek des Museums für Hamburgische Geschichte (MHG) und der Bibliothek des Altonaer Museums (AM) digital zusammengeführt. Stammbuch meint hier nicht den Nachweis von Familienabstammungen, sondern vielmehr den Vorläufer der noch heute bekannten Poesiealben oder Freundschaftsbücher. Freunde, Bekannte, Persönlichkeiten trugen sich dazu mit einem Gruß und kleinem eigenen Text ein, gerne mit Zeichnungen in verschiedenster Form oder Stickereien ergänzt. Auch die Einbände waren teilweise kunstvoll gestaltet. Die Kulturtechnik entwickelte sich Ende des 16. Jahrhunderts und erlebte ab dem 18. Jahrhundert bis zu ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Hochzeit. Besonders beliebt war das Stammbuch zuerst bei Studenten.
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Digitalisierte Weihnachtsgrüße des jungen Johannes Brahms an seine Eltern

19. Dezember 2022
von Mirijam Beier — abgelegt in: Schätze der Stabi — 937 Aufrufe

Weihnachtsbrief Johannes Brahms'

Im Frühjahr dieses Jahres wurden alle Briefe von und an Johannes Brahms, die sich im Brahms-Archiv der SUB Hamburg befinden, als Digitalisate im Portal „Hamburger Kulturgut Digital“ zur Verfügung gestellt. Darunter befindet sich auch ein Brief (Signatur BRA : Ca2 : 15) des dreizehnjährigen Johannes Brahms an seine “Theure Eltern” bzw. “très chers parens” Johann Jacob und Christiane zu Weihnachten 1846. (Eine Transkription des gesamten Briefes findet sich am Ende dieses Blog-Beitrags.) Der am 7. Mai 1833 in Hamburg geborene spätere Komponist besuchte ab seinem sechsten Lebensjahr die private Elementarschule von Heinrich Voß am Dammtorwall und wechselte 1844 auf die von Johann Friedrich Hoffmann geleitete “Lehranstalt für Knaben”. Seine dort erworbenen Kenntnisse der französischen Sprache stellte er in diesem Weihnachtsgruß unter Beweis, den er auf Deutsch und Französisch an seine Eltern richtete. Dabei gehörte das Erlernen von Fremdsprachen nicht zu seinen bevorzugten Fächern.

Weihnachtsbrief Johannes Brahms'

Dieser Brief gehört zu den frühesten erhaltenen Briefen des Komponisten, nur ein Brief an seinen ersten Klavierlehrer Otto Cossel, der in der Pierpont Morgan Library, New York, aufbewahrt wird, datiert knapp fünf Jahre früher. Bei Cossel hatte Johannes Brahms seit 1840 Klavierunterricht.
Die weiteren Bestände des Brahms-Archivs der SUB lassen sich ebenfalls seit diesem Jahr über das Portal Kalliope entdecken.
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Unbekannte Zeichnungen und Postkarten Wolfgang Borcherts aufgetaucht

20. November 2022
von Konstantin Ulmer — abgelegt in: Aktuelles,Hamburg,Schätze der Stabi — 1.139 Aufrufe

Zum 75. Todestag des Autors und zum 75. Jahrestag der Uraufführung seines berühmten Stücks „Draußen vor der Tür“ ergänzt die Staats- und Universitätsbibliothek den Nachlass um zwei kleine Konvolute

Zeichnungen und Postkarten von Wolfgang Borchert

Zeichnungen und Widmungsband Borcherts für seine Bekannte Johanna Ritter-Krems, Ende 1946

 

Im Mai 1945 schleppte sich der 24-jährige Wehrmachtssoldat Wolfgang Borchert nach vier zermürbenden Jahren voller Fronteinsätze, Lazarettaufenthalte und Prozessen wegen Wehrkraftzersetzung in seine Heimatstadt Hamburg zurück. Voller Tatendrang stürzte er sich ins Kulturleben, das zwischen den Trümmern erwacht. Er knüpfte Kontakte zu alten und neuen Bekannten, gründete ein kurzlebiges Theater mit, trat im unpolitischen Kabarett Janmaaten im Hafen auf und wurde als Regieassistent vom Schauspielhaus verpflichtet. Doch sein körperlicher Zustand ließ keine kontinuierliche Arbeit zu. Anfang November 1945 wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er als medizinisch hoffnungsloser Fall eingestuft wird.

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Die Drucke des Londoner Verlegers Walsh: Musikdistribution im 18. Jahrhundert

28. Oktober 2022
von Mirijam Beier — abgelegt in: Aktuelles,Schätze der Stabi — 1.026 Aufrufe

Vom 25. bis 27. Oktober 2022 fand an der Universität Greifswald eine internationale musikwissenschaftliche Fachtagung mit dem Titel „Walsh in Europe and beyond: dissemination and reception of English music prints in the 18th century“ statt. Im Rahmen der Vorbereitung zu dieser Tagung sind Forscher:innen auch in die SUB Hamburg gekommen, um zu den in der Musiksammlung befindlichen Walsh-Drucken zu recherchieren.
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Autographe Partitur von Georg Anton Benda identifiziert

1. September 2022
von JN — abgelegt in: Schätze der Stabi — 790 Aufrufe

Bei der Vorbereitung eines Digitalisierungsauftrags konnte in diesen Tagen von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB) eine bislang „nur“ als Kopistenabschrift von 1778 eingestufte handschriftliche Partitur des Singspiels Romeo und Julie von Georg Anton Benda (1722–1795) als eigenhändige Partitur des Komponisten identifiziert werden, was die Bedeutung der Handschrift und damit ihren ideellen wie auch materiellen Wert um ein Vielfaches erhöht.

G.A. Benda, Romeo und Julie (Gothaer/Hamburger Fassung von 1776/78)

Abb. 1) G.A. Benda, Romeo und Julie (Gothaer/Hamburger Fassung von 1776/78), Beginn der eigenhändigen Partitur des Komponisten (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, ND VII 35)


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Von Dr. Katrin Janz-Wenig.

Am 28. Juni 2022 wird ein neues Portal für asiatische und afrikanische Handschriften in Deutschland online gehen: Qalamos.net.

Der Neologismus, gebildet aus dem griechischen Wort für Rohrfeder (Kalamos) und dem arabischen Wort für Schilfrohr (Qalam), steht stellvertretend für aufgezeichnete Schriften verschiedener Manuskriptkulturen der östlichen Welt.

Das Portal ist das Ergebnis eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes, das bis 2023 laufen wird. Qalamos verzeichnet bereits jetzt über 55.000 Handschriften, die in deutschen Sammlungen zu finden sind. Das Projekt hat zahlreiche Kooperationspartner, zu denen auch die SUB zählt.
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Stabi-Musikhandschrift wird nach 315 Jahren wieder zum Klingen gebracht

17. Juni 2022
von Markus Trapp — abgelegt in: Schätze der Stabi — 936 Aufrufe

Aria ‚Grata merce di costante fe‘, gesungen von der Sopranistin Anna Maria Schober (1672–1728)

Unter den Raritäten in der Musiksammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB) befindet sich eine Handschrift mit sämtlichen Arien der 1707 in der Hamburger Gänsemarkt-Oper erstaufgeführten Karnevalsoper Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig aus der Feder des äußerst erfolgreichen Komponisten Reinhard Keiser (1674–1739). Sie war in den darauffolgenden Jahren – neben einer weiteren Oper Keisers – das meistgespielte Stück des Theaters am Gänsemarkt. Die Handschrift ist heute die einzige noch erhaltene Musikquelle zu dieser Oper.

Die hier vorgestellte Ariensammlung (Bibliothekssignatur: ND VI 2889g) entstand wohl schon im Uraufführungsjahr von Keisers Der angenehme Betrug und wurde 1708 von einem unbekannten Vorbesitzer, dessen Monogramm „P. B. H.“ bislang noch nicht aufgelöst werden konnte, in einen dunklen Lederband mit goldgeprägtem Monogramm und Jahreszahl eingebunden. 1856 gelangte sie aus dem Nachlass des Hamburger Organisten Johann Friedrich Schwencke (1792–1852) in die Stadtbibliothek (die heutige Staatsbibliothek). Von Schwencke stammt auch die aufgeklebte Titelvignette. Infolge der kriegsbedingten Verlagerung wertvoller Bestände der SUB Hamburg war die Handschrift nach 1945 zunächst verschollen, kehrte aber 1991 zusammen mit anderen kriegsverlagerten Musikhandschriften aus Hamburgs Partnerstadt Leningrad in die SUB zurück (Digitalisat der Handschrift: https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/HANShm281).
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