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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Ausstellung: feuerfest. Illustrationen und Animationen zu den Bücherverbrennungen 1933

In vielen deutschen Universitätsstädten warfen Studierende im Mai 1933 in einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ Bücher von Autor:innen ins Feuer, die sich nicht in das nationalsozialistische Weltbild fügten. Der willfährige Eifer und die Gründlichkeit, mit der sie dabei vorgingen, erschüttern noch immer.

Wie blicken Studierende heute auf die Bücherverbrennungen 1933? Die Illustrator:innen der HAW Hamburg sind auf Spurensuche gegangen, sie haben Wissenschaftler:innen befragt, ihre Großeltern interviewt und in Archiven recherchiert. Ihre Entdeckungen haben sie in der Ausstellung “feuerfest” vielfältig umgesetzt.

Weiter lesen “Ausstellung: feuerfest. Illustrationen und Animationen zu den Bücherverbrennungen 1933 (10.5.-21.6.)”

„Bücher, das wissen wir jetzt, kann man nicht verbrennen“ – das berühmte Zitat von Erich Kästner, der am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz Zeuge wurde, wie seine Werke in Flammen aufgingen, steht als Motto über unserem Festival „Hamburg liest verbrannte Bücher“. Vom 10. Mai bis zum 10. Juni widmet es sich einem der symbolträchtigsten Akte der nationalsozialistischen Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender: der „Aktion wider den undeutschen Geist“, bei der die Nazis nach der Machtübernahme 1933 in vielen Städten des Deutschen Reichs die Schriften von jüdischen, marxistischen, pazifistischen und anderen Autor:innen verbrannten, die ihrem Weltbild nicht entsprachen.

Von der Staats- und Universitätsbibliothek aus, dem Herz des Festivals, laufen die Fäden in die ganze Stadt. Mehr als 50 Veranstalter:innen haben sich für „Hamburg liest verbrannte Bücher“ zusammengetan, um auf ihre Weise die Texte der während der NS-Zeit geächteten Schriftsteller:innen wiederzuentdecken – in Lesungen, Ausstellungen und Diskussionen, in Poetry Slams und Liederabenden, mit einem eigenen Magazin und Plakaten, zu Wasser und per Fahrrad.

Weiter lesen “Hamburg liest verbrannte Bücher. Ein Literaturfestival im 90. Jahr der Bücherverbrennungen (10.5.-10.6.)”

Raus! Nur Raus! – Hamburgs literarische Rallye führt in die Borchert Box

17. April 2023
von Konstantin Ulmer — abgelegt in: Aktuelles — 707 Aufrufe

Raus! Nur Raus! - Hamburgs literarische Rallye Wer seine Fähnchen ins literarische Hamburg setzen möchte, kann auch in der Stabi haltmachen: Die Rallye „Raus! Nur Raus!“, initiiert von der Behörde für Kultur und Medien in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, führt unter der Nummer 1 in unsere Dauerausstellung zu Wolfgang Borchert, die Borchert-Box, die zum 100. Geburtstag des Autors im Mai 2021 im Informationszentrum eröffnet wurde. Die NDR-Nordtour hat für ihren Bericht zur Rallye am Samstag (15.4.) auch in unserer Box gedreht.
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Unbekannte Zeichnungen und Postkarten Wolfgang Borcherts aufgetaucht

20. November 2022
von Konstantin Ulmer — abgelegt in: Aktuelles,Hamburg,Schätze der Stabi — 1.313 Aufrufe

Zum 75. Todestag des Autors und zum 75. Jahrestag der Uraufführung seines berühmten Stücks „Draußen vor der Tür“ ergänzt die Staats- und Universitätsbibliothek den Nachlass um zwei kleine Konvolute

Zeichnungen und Postkarten von Wolfgang Borchert

Zeichnungen und Widmungsband Borcherts für seine Bekannte Johanna Ritter-Krems, Ende 1946

 

Im Mai 1945 schleppte sich der 24-jährige Wehrmachtssoldat Wolfgang Borchert nach vier zermürbenden Jahren voller Fronteinsätze, Lazarettaufenthalte und Prozessen wegen Wehrkraftzersetzung in seine Heimatstadt Hamburg zurück. Voller Tatendrang stürzte er sich ins Kulturleben, das zwischen den Trümmern erwacht. Er knüpfte Kontakte zu alten und neuen Bekannten, gründete ein kurzlebiges Theater mit, trat im unpolitischen Kabarett Janmaaten im Hafen auf und wurde als Regieassistent vom Schauspielhaus verpflichtet. Doch sein körperlicher Zustand ließ keine kontinuierliche Arbeit zu. Anfang November 1945 wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er als medizinisch hoffnungsloser Fall eingestuft wird.

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Logo Stabi Hamburg Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Wissenschaftliche Hilfskraft (bis zu 35 h pro Monat / 12,68 € pro Std.)

für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere als Unterstützung bei der Konzeption, Planung, Bewerbung und Durchführung von Ausstellungen und Veranstaltungen.

Die Stabi ist nicht nur die zentrale wissenschaftliche Bibliothek Hamburgs, die den Forschenden Zugang zu elektronischer oder gedruckter Literatur ermöglicht – sie ist auch ein Ausstellungs- und Veranstaltungsort mitten auf dem Campus. Im Rahmen unseres wissenschaftlichen/kulturellen Programms präsentieren wir unsere eigenen Bestände genauso wie die Themen externer Kurator*innen und Veranstalter*innen.

Weiter lesen “Wissenschaftliche Hilfskraft für Öffentlichkeitsarbeit/​Ausstellungen/​Veranstaltungen gesucht”

Wolfgang Borchert, am 20. Mai 1921 als erstes und einziges Kind von Fritz und Hertha Borchert geboren, war bereits als Jugendlicher überzeugt, dass in ihm ein Genie schlummerte. Allerdings: Seine quantitativ enorme schriftstellerische Produktion – oft schrieb der Sechszehnjährige rund zehn Gedichte täglich – ließ nicht allzu viel Talent erkennen. Einen „Allesversucher und Nichtskönner“ hat sein Biograf Peter Rühmkorf den Nachwuchspoeten deswegen genannt. Und doch feierte Borchert noch in jungen Jahren seinen Durchbruch: Als sein Hörstück Draußen vor der Tür im Februar 1947 über die nachkriegsdeutschen Hörfunksender knisterte und ein lautstarkes Echo hervorrief, war er 25 Jahre alt. Bis zu seinem frühen Tod am 20. November 1947 hatte Borchert ein Werk geschaffen, das ihn postum zu einem der wenigen Autoren machte, die generationsprägend genannt werden können.

Von der jugendlichen Selbstüberschätzung war in den wenigen Monaten, in denen er selbst einen „Borchert-Rummel“ wahrnahm, allerdings kaum noch etwas übrig. Nachdem sein Verleger Ernst Rowohlt ihm den neuen Katalog des reputationsreichen Verlags in die Schweiz geschickt hatte, wo sich der schwerkranke Borchert seit Mitte September 1947 zu regenerieren versuchte, und sich der Autor »an die erste Stelle« gesetzt sah, glaubte er an einen schlechten Witz. Aktualität sei schließlich kein Qualitätszeichen. »In zwei Jahren«, so Borchert in seinem vermutlich letzten Brief am 15. November 1947 an den Verlagsdoyen, »wird kein Mensch das Zeug mehr lesen.«

Weil es anders kam, weil Borchert viele Autor:innen prägte und viele Leser:innen faszinierte, übergab seine Mutter Hertha, die es als Plattdeutsch-Autorin selbst zu regionaler Bekanntheit gebracht hatte, den Nachlass ihres berühmten Sohnes 1976 an die Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek, wo er seitdem gehütet und erschlossen wird. Ein Versprechen, das bei der Übergabe gegeben worden war, haben wir im 100. Geburtsjahr des Autors endlich erfüllt: Der Nachlass Wolfgang Borcherts wurde im Hauptgebäude der Bibliothek zugänglich gemacht. Unsere Borchert-Box mit der Dauerausstellung zu Leben und Werk des Autors, die unter dem Titel Dissonanzen. Wolfgang Borchert 1921-1947, läuft, feiert nun ihren ersten Jahrestag.

Weiter lesen “Die Neuentdeckung eines Autors: Die Borchert-Box feiert ihren ersten Jahrestag”

Ausstellung: Helmut Zacharias. Vom Jazzgeiger zum Weltstar Bereits während seines Hochschulstudiums der klassischen Violine entdeckte Helmut Zacharias (1920-2002) den Swing-Jazz für sich. Als Geiger, Komponist, Arrangeur und Entertainer gelang ihm eine beispiellose Karriere in der Unterhaltungsbranche der Nachkriegszeit: 400 Kompositionen, 1.400 Arrangements, 13 Mio. verkaufte Schallplatten dokumentieren Zacharias Entwicklung vom Klassik- zum Jazz- und schließlich zum „Zaubergeiger“, der die Massen begeisterte.

Helmut Zacharias

(c) Horst Prange RWWA

 

Anlässlich seines 100. Geburtstags erinnert die Ausstellung „Helmut Zacharias. Vom Jazzgeiger zum Weltstar“ in der Staats- und Universitätsbibliothek mit einer pandemiebedingten Verspätung an den Musiker, der viele Jahre in Hamburg lebte. Neben Notenhandschriften, Fotos, Schallplatten, Konzertprogrammen und Briefen machen Ton- und Videosequenzen an zwei Multimedia-Stationen sein Werk lebendig. Eine Spezialsektion dokumentiert Zacharias‘ Wirken in Hamburg. Zudem thematisiert die Ausstellung die kontroverse Rezeption seines Jazzstils im Wandel der Zeiten.

Weiter lesen “Ausstellung: “Helmut Zacharias. Vom Jazzgeiger zum Weltstar” (2.6.-10.7.)”

Helmut Schmidt (1918-2015) gilt als durchsetzungsfähiger Realpolitiker, der die Bundesrepublik während seiner Amtszeit durch eine Reihe tiefgreifender Krisen steuerte. Der fünfte deutsche Bundeskanzler und spätere Publizist lebte für die sachlich fundierte, kontroverse Debatte.

 Max Frisch Ein wichtiger Gesprächspartner war der Schweizer Schriftsteller Max Frisch (1911-1991), der jenseits von tagespolitischen Sachzwängen, an der Schnittstelle von Poesie, Utopie und Engagement, seine Vorstellung von Gemeinwesen entwarf. Frisch begleitete den Kanzler 1975 auf dem ersten Staatsbesuch eines deutschen Regierungschefs nach China, folgte einer Einladung der SPD auf den Parteitag 1977 in Hamburg, und er war Teil einer Runde von Intellektuellen, mit der Schmidt im »Deutschen Herbst« über die Ursachen des Terrorismus diskutierte.

Weiter lesen “Ausstellung “Wozu die Utopie. Max Frisch und Helmut Schmidt” (22.4.-22.5.)”

Aktuelle Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm finden Sie hier:
Verfolgen und Aufklären. Die erste Generation der Holocaustforschung

Ausstellung vom 23. August – 10. Oktober 2022
Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Louis de Jong

Im Institut für Kriegsdokumentation in Amsterdam ordnet Louis de Jong Dokumente über die deutsche Besatzung der Niederlande, 1950. © Nationaal Archief / Collection Spaarnestad Photo

 

Zwischen 1939 und 1945 ermordeten die Deutschen sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Der Holocaust zielte auf die Vernichtung von Menschen und die Zerstörung ihrer Kultur. Die Täter wollten alle Spuren ihres Verbrechens verschleiern. Dem wirkte die erste Generation der Holocaustforschung entgegen. Eine Ausstellung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und des Touro College Berlin in Zusammenarbeit mit der Wiener Library London stellt die Protagonist*innen dieser Arbeit gegen das Verschleiern und Verdrängen ab dem 23. August 2022 im Lichthof der Stabi vor. Weiter lesen “Vorankündigung: Verfolgen und Aufklären. Die erste Generation der Holocaustforschung”

Ausstellung „Proleten auf Karton“ (2.3.-10.4.)

21. Februar 2022
von Konstantin Ulmer — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 3.379 Aufrufe

Plakat der Ausstellung 'Proleten auf Karton' (2.3.-10.4.) Postkarten der Arbeiter*innenbewegung aus den Zwischenkriegsjahren.

Seit 150 Jahren sind in Deutschland Postkarten in Gebrauch. Milliardenfach sind sie gedruckt und verschickt, in Schuhkartons gesammelt oder an Wände gepinnt worden. In ihrer schieren Menge und in ihrer Vielfalt sind sie selten beachtete Zeugnisse der Entwicklungen in Kunst und Kultur, Gesellschaft und Politik.

Die Ausstellung „Proleten auf Karton. Postkarten der Arbeiter*innenbewegung (1919 – 1939)“, kuratiert von René Senenko, entwickelt anhand der gezeigten Karten eine ganz eigene Chronik Hamburgs in den Zwischenkriegsjahren. Sie wirft Schlaglichter auf die wechsel- und widerspruchsvolle Geschichte der Arbeiter*innenbewegung in der Hansestadt, auf längst vergessene Organisationen und Projekte des proletarischen Sports, der Arbeiter*innenkultur, der Arbeiter*innenjugend und der Wehrverbände, die der SPD und der KPD nahestanden. Zudem erzählen die Karten von einzelnen, heute kaum mehr bekannten Geschehnissen aus der Ära der Weimarer Republik.
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