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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Hamburg liest verbrannte Bücher. Ein Literaturfestival im 90. Jahr der Bücherverbrennungen (10.5.-10.6.)

25. April 2023
von Konstantin Ulmer — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 1.998 Aufrufe

„Bücher, das wissen wir jetzt, kann man nicht verbrennen“ – das berühmte Zitat von Erich Kästner, der am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz Zeuge wurde, wie seine Werke in Flammen aufgingen, steht als Motto über unserem Festival „Hamburg liest verbrannte Bücher“. Vom 10. Mai bis zum 10. Juni widmet es sich einem der symbolträchtigsten Akte der nationalsozialistischen Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender: der „Aktion wider den undeutschen Geist“, bei der die Nazis nach der Machtübernahme 1933 in vielen Städten des Deutschen Reichs die Schriften von jüdischen, marxistischen, pazifistischen und anderen Autor:innen verbrannten, die ihrem Weltbild nicht entsprachen.

Von der Staats- und Universitätsbibliothek aus, dem Herz des Festivals, laufen die Fäden in die ganze Stadt. Mehr als 50 Veranstalter:innen haben sich für „Hamburg liest verbrannte Bücher“ zusammengetan, um auf ihre Weise die Texte der während der NS-Zeit geächteten Schriftsteller:innen wiederzuentdecken – in Lesungen, Ausstellungen und Diskussionen, in Poetry Slams und Liederabenden, mit einem eigenen Magazin und Plakaten, zu Wasser und per Fahrrad.

Festivalauftakt am 10. Mai im Lichthof der Stabi

Zum Festivalauftakt am 10. Mai um 19 Uhr im Lichthof der Stabi lesen die Autorinnen Kirsten Boie und Simone Buchholz, der Kultursenator Carsten Brosda, die Musikerin Anna Depenbusch, der Uni-Präsident Hauke Heekeren, die Literatur-Bloggerin Karla Paul und der Rapper Torch im Lichthof der Stabi aus verbrannten Büchern und diskutieren mit dem ZEIT-Feuilletonchef Volker Weidermann. Für den musikalischen Rahmen sorgt Chris Drave. Vor und nach der Veranstaltung führen Studierende der HAW durch die Festival-Ausstellung „feuerfest“ im Ausstellungsraum der Stabi. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung unter pr@sub.uni-hamburg.de ist notwendig. Update: Die Veranstaltung ist ausgebucht.

So wahnwitzig und schockierend es uns heute vorkommt, dass vor 90 Jahren vom Nationalsozialismus überzeugte junge Menschen Bücher auf Scheiterhaufen warfen: Die zahlreichen Veranstaltungen sollen auch Mahnung sein, jeder Form von Rassismus und rechtem Gedankengut entschlossen entgegenzutreten und den Mund aufzumachen. Wo es nötig ist und jederzeit.

Zum Programm: www.hamburgliest.de

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