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12. Treffen AK Provenienzforschung und Restitution Bibliotheken

29. November 2019
von Redaktion — abgelegt in: Aktuelles — 737 Aufrufe

Von Anneke de Rudder.

Hamburg, 27.-29.11.2019.

12. Treffen AK Provenienzforschung im Lichthof der SUB Hamburg

2014 trafen sich österreichische und deutsche Provenienzforscher*innen aus Bibliotheken zum ersten Mal in Hamburg und gründeten den Arbeitskreis „Provenienzforschung und Restitution Bibliotheken“. Seitdem trifft sich der Kreis regelmäßig zum Erfahrungsaustausch über die Suche nach Büchern, die sich zu Unrecht im Besitz öffentlicher Bibliotheken befinden. Als Gastgeberin fungiert jeweils eine Bibliothek in Deutschland oder Österreich. Nun war mal wieder die Hamburger Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut dran: Vom 27. bis 29.11.2019 trafen sich die Provenienzforscher*innen an der SUB Hamburg und im Jüdischen Kulturhaus im Karolinenviertel.

Den Auftakt bildete ein Gastspiel des Thalia-Theaters an der Stabi: „Das ist Esther“ erzählt die Geschichte der Hamburger Holocaust-Überlebenden Esther Bauer aus der Perspektive ihrer fiktiven Enkelin:

Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch über aktuelle Recherchen an den einzelnen Bibliotheken im In- und Ausland, über geplante oder bereits erfolgte Restitutionen sowie neue Erkenntnisse im Bereich der Provenienzforschung. Die langjährigen Mitglieder des Arbeitskreises freuten sich über neue Kolleg*innen und überlegten gemeinsam, wie weitere Bibliotheken für die Provenienzforschung zu gewinnen seien. Ein anderes Thema war die wichtige Verbindung zu Antiquariaten: Vorstandsmitglieder des Verbandes der deutschen Antiquare präsentierten die Perspektive des Handels auf den Umgang mit NS-Raubgut, eine rege Diskussion über wechselseitige Erwartungen und die Notwendigkeit eines intensiveren Austausches folgte.

Das Treffen des Arbeitskreises zeigt, wie wichtig die Vernetzung für die Provenienzforschung ist – und wie wichtig es für Bibliotheken und andere öffentliche Einrichtungen nach wie vor ist, zu verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu recherchieren, nach Erben zu suchen und gemeinsam mit ihnen faire und gerechte Lösungen zu finden. Umso bedauerlicher ist es, dass die Forscher*innen an deutschen Bibliotheken immer noch überwiegend in befristeten Projekten angestellt sind. Dabei ist Kontinuität in der Beforschung unabdingbar, damit praktisches und theoretisches Wissen in diesem komplexen Bereich nicht verloren geht. Ohne eine Verstetigung solcher Bemühungen, da waren sich die Expert*innen in Hamburg einig, kann es keine Nachhaltigkeit in der Provenienzforschung geben.

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