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Bilder der „Neuen Welt“: Die Wahrnehmung Neuspaniens im Europa des 16. Jhdts (24.4.)

7. April 2014
von MJGT — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 2.963 Aufrufe

Hans Burgkmair, Figur eines indianischen Eingeborenen, um 1519

Hans Burgkmair, Figur eines indianischen Eingeborenen, um 1519

PD Dr. habil Hildegard Frübis, Humboldt-Universität zu Berlin:

Bilder der „Neuen Welt“: Die Wahrnehmung Neuspaniens im Europa des 16. Jahrhunderts

Donnerstag, 24. April 2014, 18:15 Uhr
Ort: Vortragsraum, 1. Etage, Eintritt frei.

Die wenigsten Darstellungen zur Entdeckung der Neuen Welt stammen von so berühmten Künstlern wie Hans Burgkmair oder Albrecht Dürer. Der Großteil besteht aus anonym gefertigten Illustrationen, wie die grafisch gestalteten Flugblätter der Kolumbus- und Vespuccibriefe. Sie gehören zu den ersten Zeugnissen der Entdeckung einer „Neuen Welt“, die die Nachricht in Bild und Text verbreiteten. Es folgten Reiseberichte, die mit ihren Illustrationen das europäische Bild der „Neuen Welt“ gestalteten.

Zu den Neuheiten gehörten aber auch die „wunderbarlich Ding zu männiglichem Brauch, das so viel schöner anzusehen ist dann Wunderding“ – wie Albrecht Dürer die Objekte nannte, die er 1520 im Palast Karls V. in Brüssel zu sehen bekam. Sie stammten aus einer Sendung von Hernán Cortés, dem Eroberer des Aztekenreiches, an seinen König. Neben den Briefen und Reiseberichten sind es vor allem die Gegenstände selbst – Idole, Masken und Federarbeiten -, die in Europa das Ereignis der Entdeckung fassbar machten. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Vielfalt der visuellen Repräsentation der „Neuen Welt“ in Europa.

Eine Veranstaltung der Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und der Linga-Bibliothek für Lateinamerika-Forschung im Rahmen der Ringvorlesung «Indigene Kulturen im Spiegel von Archäologie, Geschichte und Ethnographie» (April – Juli 2014):

Mosaik-Maske mit Nasenschmuck, ca. 1350 - 1521

Mosaik-Maske mit Nasenschmuck,
ca. 1350 – 1521

In der Vorlesungsreihe, die sich ausdrücklich an eine breite Öffentlichkeit mit begrenztem Vorwissen richtet, möchten wir die geographischen und symbolischen Räume, in denen diese Kontakte zu verorten sind, näher betrachten. Wir spannen dabei einen zeitlichen Bogen von den vorspanischen Kulturen über die Kolonialzeit bis hin zu den heutigen alltäglichen Begegnungen zwischen Indigenen und Touristen.

Kulturen wie die Maya oder Azteken faszinieren uns gerade aufgrund ihrer eigenständigen Entwicklung und ihrer markanten Unterschiede zur europäischen Geschichte. Dabei wird aber leicht übersehen, dass auch der Kulturraum Mesoamerikas stark durch den Austausch zwischen benachbarten Gruppen geprägt war, sei es in Form von Handel, politischen Allianzen und Kriegen oder in der Übernahme fremder Gottheiten. Gleichsam kann nicht genug betont werden, dass die Ankunft der Europäer keinesfalls das Ende aller indigenen Kulturen markiert, sondern vielmehr den Auftakt für neue Austauschprozesse, die sowohl Amerika als auch Europa nachhaltig geprägt haben.

Eine Antwort zu “Bilder der „Neuen Welt“: Die Wahrnehmung Neuspaniens im Europa des 16. Jhdts (24.4.)”

  1. Juliane R. sagt:

    Schon in der Schulzeit war das Interesse an die Geschichte des Spanischen Kolonialismus sehr groß und finde die Veranstaltung auch ansprechend. Die Geschichte der Kultur jeden Landes ist eine Veranstaltung wert 🙂

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