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Harbour Front Literaturfestival 2022 (15. + 17.10.)

2. September 2022
von Markus Trapp — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 356 Aufrufe

Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr das Harbour Front Literaturfestival auch wieder in der Stabi Station machen. Am 15. und am 17. Oktober 2022 finden um 19 bzw. 20 Uhr Lesungen im wunderschönen Lichthof im Altbau der Stabi statt. Die Karten dafür können auf der Website des Harbour Front Literaturfestival gekauft werden. An den Abenden wird der Eingang zum Altbau von der Edmund-Siemers-Allee / Ecke Grindelallee geöffnet sein.

Hier stellen wir das Programm der beiden Lesungen vor:

Andrea Wulf
„Fabelhafte Rebellen. Die frühen Romantiker und die Erfindung des Ich“

Samstag, 15. Oktober, 19 Uhr, Lichthof

Andrea Wulf
'Fabelhafte Rebellen. Die frühen Romantiker und die Erfindung des Ich'

Andrea Wulf wurde in Indien geboren, ist in Deutschland aufgewachsen und lebt heute in London. Als Autorin erhielt sie eine Vielzahl internationaler Preise, vor allem für ihren Weltbestseller „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ (2016), der in 27 Sprachen übersetzt und mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Sie schreibt u.a. für die New York Times, die LA Times, das Wall Street Journal, The Atlantic und den Guardian.

In ihrem neuen Buch „Fabelhafte Rebellen“ erzählt Andrea Wulf die packende Geschichte einer Gruppe junger Aufwiegler, die unser Denken für immer verändern sollte:

Ende der 1790er Jahre – als sich die meisten Staaten in Europa noch im eisernen Griff absolutistischer Herrscher befanden – galt die Idee vom freien Individuum als brandgefährlich. Und doch wagte zu dieser Zeit eine Gruppe von Denkern in der kleinen Universitätsstadt Jena, das „Ich“ in den Mittelpunkt des Denkens, Schreibens und Lebens zu stellen. Zu diesen fabelhaften Rebellen gehörten die Dichter Goethe, Schiller und Novalis, die Philosophen Fichte, Schelling und Hegel, die genialen Schlegel-Brüder sowie der junge Wissenschaftler Alexander von Humboldt – und ihrer aller Muse, die mutige und freigeistige Caroline Schlegel.

Andrea Wulf berichtet aber nicht nur von dem wohl turbulentesten Freundeskreis der deutschen Geistesgeschichte, sondern geht auch den Fragen nach: Seit wann genau kreist unser Denken und Handeln um uns selbst, um unser Ich? Seit wann erwarten wir, dass wir allein über unser Leben bestimmen?

Sie erklärt, warum wir bis heute zwischen den Gefahren der starken Ichbezogenheit und den aufregenden Möglichkeiten des freien Willens schwanken.

Denn die Entscheidung zwischen persönlicher Erfüllung und zerstörerischem Egoismus, zwischen den Rechten des Einzelnen und unserer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und künftigen Generationen ist heute so schwierig wie damals.

Jörg Bong
„Die Flamme der Freiheit. Die deutsche Revolution 1848/1849“

Montag, 17. Oktober, 20 Uhr, Lichthof

Jörg Bong 'Die Flamme der Freiheit. Die deutsche Revolution 1848/1849'

Am 24. Februar 1848 wird in Paris nach 1789 zum dritten Mal Revolution gemacht, die Monarchie gestürzt und die Republik ausgerufen. Und endlich springt der revolutionäre Funke auch über den Rhein.

In den vierunddreißig deutschen Staaten und vier freien Städten der Zeit beginnen Aufstände gegen die herrschenden Polizei- und Militärmonarchien, gegen die Willkürherrschaft des „Deutschen Bundes“. Zum ersten Mal erhebt die Demokratie auch in deutschen Ländern ihr Haupt: direkte, allgemeine Wahlen, Republik, eine freiheitliche Verfassung, Grundrechte, Gewaltenteilung, sozialer Ausgleich. Es beginnt der dramatische Kampf für die Werte, die für uns heute die scheinbar selbstverständlichen Grundlagen unseres Gemeinwesens sind.

Giovanni di Lorenzo. Foto: © Vera Tammen

Aber nur eine Partei der Opposition will die „ganze Revolution“, eine „demokratische Bunderepublik“. Die Liberalen, vor allem die „Konstitutionellen“ – die sich bald „Ordnungspartei“ nennen – wollen an der Monarchie festhalten, wenn auch in reformierter Form. Und sie, die Ordnungspartei und die neuen Märzregierungen, sind es, die mit den Fürsten die Revolution mit Bajonetten verhindern …

Sandra Borgmann, Foto:
© Emanuela Danielewicz

In einer großen Erzählung entwirft der Literaturwissenschaftler Jörg Bong (unter dem Pseudonym Jean-Luc Bannalec Autor der erfolgreichen bretonischen „Dupin“-Romane) ein atemberaubendes Panorama einer Zeit im Umbruch: Von den ersten revolutionären Versammlungen Ende Februar bis hin zu den Schlachten einer demokratischen „Armee der Freiheit“ gegen die Truppen des Bundes.

Die Schauspielerin Sandra Borgmann liest aus „Die Flamme der Freiheit”. Im Gespräch mit dem Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT, Giovanni di Lorenzo, wird Jörg Bong über sein Buch über die deutsche Revolution 1848/1849 sprechen.

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