FAQ
© 2024 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten Leichte Sprache

Trauer um Klaus Peter Dencker

28. Juni 2021
von Anne Liewert — abgelegt in: Hamburg — 1.490 Aufrufe

Klaus Peter Dencker 2018, Foto: Denise Walter / FH Kiel

Am 18. Juni ist der Visuelle Poet Klaus Peter Dencker im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Dencker galt als einer der international bedeutendsten Autoren seiner Gattung und war bis zuletzt mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg eng verbunden, die seit 2012 seine Bibliothek und sein Archiv zur konkreten und visuellen Poesie verwahrt.

Geboren 1941 in Lübeck, begründete Dencker schon durch sein Studium der Literaturwissenschaft, Japanologie und Philosophie seine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Hamburg und wirkte hier später 17 Jahre lang als Leitender Regierungsdirektor der Kulturbehörde. Besondere Bedeutung und internationale Anerkennung erlangte er als Fernsehschaffender durch etwa 100 Dokumentar- und Experimentalfilme, als Vordenker auf dem Gebiet der experimentellen Literatur (1985 wurde er zum Honorarprofessor für „Medientheorie und Medienpraxis“ ernannt) und nicht zuletzt als Autor der Visuellen Poesie, der Kunst, die in Einzelblättern, Blattfolgen oder Objekten dem Betrachter eine einzigartige Facette der Kombination von Text und Bild, von Theorie, Poesie und Visualisierung nahebringt. 2012 wurde Klaus Peter Dencker das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

In eben diesem Jahr – 2012 – erwarb die SUB Denckers Bibliothek und Archiv zur konkreten und visuellen Poesie – beides wird seither in unserer Sammlung „Schönes Buch“ verwahrt und wurde bereits 2016, anlässlich des 75. Geburtstags des Poeten, ausgestellt. Zum 80. Geburtstag im März dieses Jahres war eine neue Ausstellung geplant, die gemeinsam mit Klaus Peter Dencker realisiert werden und vornehmlich seine neueren Arbeiten präsentieren sollte. Aufgrund der Pandemie wurde dieses Vorhaben jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Die SUB gedenkt Klaus Peter Dencker mit besonderer Dankbarkeit, versah er die Bibliothek doch noch während seiner schweren Erkrankung immer wieder mit einzigartigen und kostbaren Ergänzungsstücken. Zur „Sammlung Dencker“ innerhalb der SUB zählt nun auch das umfangreiche Korrespondenzarchiv des Künstlers mit anderen weltweit agierenden, experimentellen Poeten, das für die kultur-, kunst- und literaturwissenschaftliche Forschung von besonderem Wert ist.
Durch die dauerhafte Bewahrung seiner Werke und seines Archivs wird die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Klaus Peter Dencker für alle Zeit ein ehrendes Andenken bewahren. Den Hinterbliebenen sprechen wir unser tiefempfundenes Mitgefühl aus.

Klaus Peter Dencker: Markow, Brown und der Wiener Prozeß (2011)

Schreiben Sie einen Kommentar