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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Klopstock in der Stabi

20. Januar 2018
von MA — abgelegt in: Aktuelles — 480 Aufrufe

42. Band der Hamburger Klopstock-Ausgabe: Apparat der Hermann-Dramen Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) hat für die Staatsbibliothek eine besondere Bedeutung. Seit Klopstocks Freund und erster Herausgeber Christoph Daniel Ebeling (1741-1817) Leiter unserer Vorgängerinstitution – der damaligen Stadtbibliothek – war, gibt es hier bei uns im Haus eine bis heute gepflegte Sammel- und Forschungstradition rund um den großen Dichter des 18. Jahrhunderts. Mit der Erwerbung des Nachlasses im Jahr 1950 und der Gründung der Klopstock-Arbeitsstelle 1962 wurde diese Tradition noch einmal intensiviert. Von der in der Arbeitsstelle entstehenden Hamburger Klopstock-Ausgabe ist nun Ende Dezember letzten Jahres mit dem Apparat der Hermann-Dramen der 42. Band erschienen. Der Apparat komplettiert den bereits 2009 erschienen Textband und bietet neben Lesarten, Varianten und Quellen auch eine detaillierte, anhand ausgewählter Zeugnisse und Rezensionen dargestellte Entstehungs- und unmittelbare Wirkungsgeschichte der Dramen. Weitere Kapitel des Apparates widmen sich u.a. der Bedeutung von Carl Friedrich Cramers französischen Übersetzungen, den Vertonungen von Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen und Christoph Willibald Gluck sowie der besonderen formalen Gestalt der Hermann-Dramen vor dem Hintergrund von Klopstocks Poetik.

Die noch ausstehenden Bände der Hamburger Klopstock-Ausgabe sind bereits in Arbeit: Es folgen mit jeweils einem Text- und Apparatband noch die „Kleinen Prosaschriften“ und die „Grammatischen Gespräche“.

Brief Klopstocks an Élie-Salomon-François Reverdil Im Zuge der Fertigstellung des Hermann-Apparates konnte als wichtiges Zeugnis sogar noch ein bislang unbekannter Brief Klopstocks eingearbeitet werden, der von der Staatsbibliothek erst vor kurzer Zeit erworben wurde. Dieser und ein weiterer noch unveröffentlichter, folglich auch nicht in der bereits abgeschlossenen Abteilung der „Briefe“ der Hamburger Klopstock-Ausgabe enthaltener Brief wurden in den Jahren 2013 und 2016 gekauft. Die beiden Briefe sind nun ebenfalls Ende 2017 im vierten Heft des 136. Jahrgangs der „Zeitschrift für deutsche Philologie“ erschienen. Herausgegeben wurden sie von Dr. Helmut Riege, der bereits viele Briefbände der Hamburger Klopstock-Ausgabe betreut hat.

Die Veröffentlichung eines dritten, im letzten Jahr von der Staatsbibliothek erworbenen und ebenfalls noch unbekannten Briefes soll demnächst noch folgen: Es handelt sich um einen Brief Klopstocks an Élie-Salomon-François Reverdil (1732-1808) – siehe Abbildung rechts –, der als Lehrer des Kronprinzen und Kabinettssekretär am dänischen Hof wirkte (vgl. dazu HKA, Briefe VI, S. 642). Reverdil wurde im Oktober 1767 aus Dänemark bzw. vom dänischen Hof verwiesen. Kurz darauf schrieb ihm Klopstock diesen Brief, der aufgrund der darin enthaltenen Aufzählung von Namen und Orten ein wichtiges Zeugnis für Klopstocks Kontakte ist, die er Reverdil mit diesem Brief in Deutschland zu vermitteln versucht.

Literaturangaben:

  • Friedrich Gottlieb Klopstock, Werke und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. (Hamburger Klopstock-Ausgabe.) Hrsg. von Horst Gronemeyer, Elisabeth Höpker-Herberg, Klaus Hurlebusch und Rose-Maria Hurlebusch (†). Abteilung Werke VI 2: Hermann-Dramen, Apparat. Hrsg. von Mark Emanuel Amtstätter. Berlin, Boston 2018.
  • Helmut Riege, Drei bisher nicht bekannte Briefe von und an Klopstock. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 136, 2017, S. 615-624.

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