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Ausstellung: Vom Klang der Dichtung. Klopstock und die Musik (2.7.-15.9.)

14. Juni 2024
von Konstantin Ulmer — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 2.384 Aufrufe

Ausstellung: Vom Klang der Dichtung. Klopstock und die Musik (2.7.-15.9.) Der Nachlass Friedrich Gottlieb Klopstocks (1724–1803) gehört zu den bedeutendsten Beständen in den Sondersammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Am 300. Geburtstag des Dichters, dem 2. Juli 2024, eröffnet die Stabi nun eine multimediale Ausstellung, die nachgelassene Objekte präsentiert und dabei einen besonderen Aspekt in den Fokus rückt: Unter der Überschrift „Vom Klang der Dichtung. Klopstock und die Musik“ möchten wir uns der Klanglichkeit von Klopstocks Dichtung und der musikalischen Rezeption des Autors nähern.

Mit diesem Fokus veranschaulicht die Ausstellung auch die kulturgeschichtliche Bedeutung eines großen Dichters, der heute fast ausschließlich Insidern ein Begriff ist. Das war zu Klopstocks Lebzeiten und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein anders: Mit seinem neuen Ton wurde er zu einer Vaterfigur für die nachfolgende Generation und zum Vorbild für Dichtergrößen wie Goethe oder Hölderlin. Die klangliche Komponente in seinem Werk – Friedrich Schiller nannte Klopstock einen „musikalischen Dichter“ – war ein entscheidender Impuls für die Entwicklung einer neuen Dichtersprache.

Zudem inspirierte der Rhythmus von Klopstocks Texten etliche Komponisten wie Georg Philipp Telemann oder Carl Philipp Emanuel Bach zu Kompositionen. Einige seiner Dichtungen fanden eine weite Verbreitung über Liedvertonungen, die zum Teil noch heute in (Kirchen-)Liederbüchern zu finden sind. Von Klopstocks Breitenwirkung zeugt nicht zuletzt sein Begräbnis: Als der Stardichter am 14. März 1803 starb, zogen Zehntausende im Bestattungszug von der Innenstadt übers Millerntor ins damals noch dänische Altona. Neben einer literarisch-musikalischen Werkschau präsentieren wir in der Ausstellung auch eine experimentelle, künstlerisch-klangforschende Perspektive auf zentrale Aspekte Klopstockʼscher Dichtung. Neben bekannten Vertonungen sind auch Texte hörbar, die Sophie Czichon eingesprochen hat.

Begleitet wird die Ausstellung in der Stabi von einem Veranstaltungsprogramm, das neben thematisch passenden Vorträgen führender Expert:innen aus der Klopstock-Forschung auch zwei Konzerte im Lichthof beinhaltet, eines davon bestritten von Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Auch abseits der Ausstellung bleibt der Dichter ein Thema in der Bibliothek: In der historisch-kritischen Gesamtausgabe, die in einer 1962 eingerichteten Klopstock-Arbeitsstelle in der Stabi entsteht, sind mittlerweile 44 Bände erschienen. In den nächsten Jahren wird die Edition mit den Bänden 45/46 der „Grammatischen Gespräche“ ihren Abschluss finden.

Ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Buchvorstellungen und Konzerten öffnet weitere Zugänge zu dem Thema und zeigt durch eine Beteiligung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg auch junge Perspektiven auf den Gegenstand. Gefeiert wird das Jubiläum auch in Klopstocks Geburtstsadt Quedlinburg und im Gleimhaus in Halberstadt.

Das Programm zum Klopstock-Jubiläum wird gefördert von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.
Im Ausstellungsraum im Erdgeschoss.
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9-24 Uhr, Sa.-So. 10-24 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

Virtuelle 360°-Führung durch die Ausstellung

Für einen virtuellen Besuch der Ausstellung bitte hier entlang: https://schaukasten.sub.uni-hamburg.de/klopstock/.

Virtuelle 360°-Führung durch die Ausstellung

Ausstellungseröffnung

Scherenschnitt Klopstock am Dienstag, 2.7., 18 Uhr, Vortragsraum

Musikalische Eröffnung: Studierende der HfMT
Prof. Robert Zepf (Direktor SUB): Grußwort
Dr. Kevin Hilliard (Oxford): 300 Jahre Klopstock
Musikalischer Interlude: Studierende der HfMT
Dr. Mark Emanuel Amtstätter, Dr. Mirijam Beier, Christian Märkl (Kurator:innen-Team): Einführung in die Ausstellung
Im Anschluss Empfang und Besichtigung der Ausstellung
Um eine Anmeldung unter pr@sub.uni-hamburg.de wird gebeten.

 

Begleitprogramm (nähere Infos folgen)

3.7., 18 Uhr, Vortragsraum:
Buchvorstellung mit Prof. Kai Kauffmann: Klopstock! Eine Biographie

5.7., 18 Uhr, Vortragsraum:
Vortrag von Dr. Hanna Zühlke: “… daß man den Gang des Verses in der Musik hört” – Zur kompositorischen Auseinandersetzung mit Klopstocks Lyrik im 18. und frühen 19. Jahrhundert

5.7., 19.30 Uhr, Lichthof:
“Sing, unsterbliche Seele!”. Ein Konzert zum 300. Jubiläum des Dichters F. G. Klopstock mit Marcia Lemke-Kern und Prof. Burkhard Kehring, moderiert von Dr. Mirijam Beier

12.7., 19 Uhr, Vortragsraum und Lichthof:
Konzert: Sommernacht und Rosenband. Konzert mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater

10.9., 18 Uhr, Vortragsraum:
Vortrag von Prof. Dr. Stefan Elit: Klopstock? Oder: wie ein Autorleben erzählt wird (seit fast 300 Jahren)

11.9., 18 Uhr, Vortragsraum:
Vortrag von Prof. Dr. Bernhard Jahn: Unvertonbare Dichtung und ihre Komponisten – Strategien und Gegenstrategien am Beispiel von Klopstocks “Messias” und Telemanns “Zwei Auszüge aus Klopstocks Messias”

 

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