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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Zum 100. Todestag von Wladimir Iljitsch Lenin (24.1.)

9. Januar 2024
von Markus Trapp — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 852 Aufrufe

„Er rührte an den Schlaf der Welt“.
Mittwoch, 24.01.2024, 19 – 21 Uhr, Vortragsraum.

Lenin bei einer Rede im Jahr 1920

Lenin bei einer Rede im Jahr 1920. Foto: Grigory Petrovich Goldstein

Angefeindet, bekämpft, verteufelt und schließlich angeschossen wurde der Revolutionär, Theoretiker und Realpolitiker Lenin, der es 1917 unternahm, einen Krieg zu beenden, der erstmals den gesamten Erdball einschloss, und eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Lenin wollte den Bruch mit Zarismus, Kapitalismus und der Herrschaft von Adel wie Bourgeoisie. Das erreichte er und die revolutionäre Bewegung in Russland trotz des unverschuldeten Bürgerkrieges und der Intervention ausländischer Mächte. Er fand Lösungen für den Wiederaufbau eines zutiefst rückständigen, armen und zerstörten Landes. Versuche, im Anschluss an die Revolution in Russland, im hochindustrialisierten Westeuropa die bürgerliche Herrschaft zu stürzen, scheiterten. Sowjetrussland blieb auf sich allein gestellt. Und unter seinen Nachfolgern ging die Chance, eine alternative, nicht-kapitalistische Gesellschaft zu entwickeln, verloren. Sein theoretisches und politisches Erbe wurde umgeformt zu einer Legitimationsideologie. Versatzstückhaft erstarrte ein äußerst produktives, kritisches marxistisches Denken. Diese Thesen begründet Stefan Bollinger und versucht, Lenins Denkweise und sein politisches Handeln zu rekonstruieren, um zu überprüfen, ob und wenn ja, was davon heute noch für eine grundlegende gesellschaftliche Umgestaltung nützlich sein könnte.

Dr. sc. Stefan Bollinger studierte an der Humboldt-Universität Berlin Philosophie, Politikwissenschaften und Geschichte. Er arbeitet u.a. zu Fragen der deutsch-russischen/sowjetischen Geschichte und ist Autor zahlreicher Texte. Im Januar 2024 erscheint in neuer Auflage Lenin. Theoretiker, Stratege, marxistischer Realpolitiker in der Reihe Basiswissen des PapyRossaVerlages.

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Keine Anmeldung notwendig. Die Teilnahme ist kostenlos.

2 Antworten zu “Zum 100. Todestag von Wladimir Iljitsch Lenin (24.1.)”

  1. Axel Schaper sagt:

    Wenn Jerofejew in der WELT vom 19.01.2024 den ménage à trois Lenins mit Armand und der Krupskaja schildert, mag das lustig sein. Weniger lustig ist es, wenn die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg eine lobhudelnde Veranstaltung zu Lenin fördert. In den Zeiten eines grassierenden Antisemitismus, der auch Hamburger Kulturinstitutionen zerfrisst, sollte die Landeszentrale vielleicht einen aufklärerischen Blick darauf und auf den dekolonialen Irrsinn richten. Einer der infamsten Teile des Dekolonialismus ist der antimperialistische Hass auf Israel, der direkt aus den Giftküchen der Nachfolger Lenins in die heutige dekoloniale Propaganda eingeht – nach dem 07.10.2023 auch als aktive Befürwortung des Judenmords. Es ist ein Unding, die Millionen Opfer der stalinistischen Herrschaft in diesem Beitrag unerwähnt zu lassen. Und konkret die Frage, ob das schon in der Poltik Lenins angelegt war. Daneben fällt zusätzlich aber das Schweigen über Antisemitismus auch anhand der Illustration auf: die beiden Herren auf der Treppe der Tribüne – Trotzki und Kamenev, beide aus jüdischen Familien – werden wenige Jahre nach dem Foto liquidiert werden. Genau wie die dekolonialen Irren leugnen, dass am 07.10.2023 der schlimmste Judenmord seit der Shoa stattgefunden hat, erfolgt im Zuge der stalinistischen Säuberungen die Auslöschung des Gedächtnisses an Kamenev und Trotzki. Das Foto wird retuschiert; Bestände in Bibliotheken, Archiven pp., die die beiden erwähnen, werden zerstört. Vgl. den Überblick von Waschik: https://zeithistorische-forschungen.de/1-2010/4745
    NB: Pardon, es muss angesichts der allumfassenden Befreiung der Frauen, wie sie die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und die Hamas in Gaza geleistet haben, natürlich heißen: die Nachfolger:innen Lenins!

  2. Konstantin Ulmer sagt:

    Lieber Herr Schaper, kommen Sie zur Veranstaltung und diskutieren Sie mit. Sachlich vorgetragene Argumente werden bei den Veranstaltern bestimmt Gehör finden.
    Beste Grüße!

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