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Open Access: Bibliotheken finanzieren den Wandel

20. März 2018
von CHJ — abgelegt in: Open Access — 951 Aufrufe

Mit der Etablierung des Open-Access-Gedankens beim wissenschaftlichen Publizieren verändert sich auch die Rolle der Bibliothek, die das Wissen zugänglich macht. Die Stabi fördert seit Jahren die freie Verfügbarkeit in vielfältiger Weise (Open Access Policy) und unterstützt Open-Access-Modelle auch finanziell. Wichtige Forschungsergebnisse sind zunehmend auch online kostenfrei für Leserinnen und Leser zugänglich. Für deren Veröffentlichung stellen u. a. die Bibliotheken die nötige Infrastruktur zur Verfügung. Ein Beispiel ist der Dissertationsserver.

Bei der Open-Access-Veröffentlichung in einem Verlag müssen im Vorfeld die Publikationskosten finanziert werden. Diese zahlen zurzeit meist die Autorinnen und Autoren selbst, ihre Hochschulen und Institute oder die wissenschaftlichen Bibliotheken. Es hat sich ein sehr dynamischer Markt entwickelt, in dem renommierte Verlage und neue Anbieter mit den Wissensinstitutionen neue Geschäftsmodelle insbesondere für wissenschaftliche Zeitschriften aushandeln. Bibliotheken geben heute einen Teil ihrer Erwerbungsmittel nicht mehr für den Kauf von Lizenzen aus. Stattdessen unterstützen sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihrer Veröffentlichung im Open Access und beteiligen sich an der „Transformation“ von etablierten Zeitschriften. Mit Transformation ist die allmähliche Überführung in eine Finanzierung gemeint, in der nicht mehr für den Zugang zu Artikeln, sondern für die Publikation gezahlt werden soll.

Der Erfolg: Forschungsergebnisse, die in etablierten Verlagen erscheinen, werden so weltweit auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugänglich, die nicht an einer finanzstarken Einrichtung angesiedelt sind. Und die Sichtbarkeit von Forschung erhöht sich deutlich, da mehr Nutzer zugreifen können. Zusätzlicher Vorteil: Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Einrichtungen sich an entsprechenden Modellen beteiligen, reduzieren sich die Gebühren, die für die Veröffentlichung gezahlt werden müssen, oder entfallen sogar ganz.

In den letzten Jahren sind die Stabi und die Fachbibliotheken der Universität mit mehreren namhaften Partnern auf Open-Access-Modelle umgestiegen:

 

SCOAP³

SCOAP³

SCOAP³ ist eines der bekanntesten Open Access-Pilotprojekte. SCOAP³ steht für „Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics“.

Mit diesem internationalen Projekt, das an der europäischen Großforschungseinrichtung CERN angesiedelt ist, wird die Mehrzahl aller wissenschaftlichen Publikationen aus dem Bereich der Hochenergie-Physik (HEP, Teilchenphysik) im Open Access bereit gestellt. Alle Artikel werden sofort nach Erscheinen weltweit frei verfügbar (Gold Open Access). Die Finanzierung wird durch wissenschaftliche Einrichtungen und Bibliotheken ermöglicht. In Deutschland sind die TIB Hannover für die Hochschulen, das Hamburger DESY für die Helmholtz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft die nationalen Kontaktstellen für das Projekt.

Für die Universität Hamburg teilen sich die Bibliothek des Fachbereichs Physik und die Stabi die Beitragskosten. Für die HEP-Wissenschaftler der Universität entfallen damit sämtliche Publikationskosten (Article Processing Charges, APC) ihrer Veröffentlichungen in den teilnehmenden Fachzeitschriften. Derzeit beteiligen sich die Verlage Springer, Institute of Physics und American Physical Society.

 

MDPI

MDPI

Das Multidisciplinary Digital Publishing Institute (MDPI) ist ein namhafter Verlag für wissenschaftliche Open Access-Fachzeitschriften mit Sitz in Basel, Schweiz. Alle Artikel in den über 160 in MDPI-Zeitschriften stehen unter einer Creative Commons-Lizenz. Diese Lizenzen legen fest, unter welchen Bedingungen der jeweilige Artikel nachgenutzt werden kann. Beispielzeitschriften sind „Genes“, „Remote Sensing“ oder „International Journal of Molecular Sciences“.

Die Stabi finanziert eine Mitgliedschaft für die Universität Hamburg, durch die die Publikationskosten (APC) für alle Autorinnen und Autoren aus der Universität um 25% reduziert werden.

 

ROYAL SOCIETY OF CHEMISTRY

 

Die „Read & Publish“-Lizenz der Royal Society of Chemistry (RSC) wird gemeinsam von der Bibliothek des Fachbereichs Chemie und der Stabi finanziert.

Damit sind zum einen die Volltexte aller Zeitschriften der RSC campusweit verfügbar („Read“-Komponente), zum anderen fallen für Autorinnen und Autoren aus der Universität für Open Access-Veröffentlichungen keine Publikationsgebühren (APC) an („Publish“-Komponente).

Details zu diesem innovativen Lizenzmodell finden Sie auf den Webseiten der RSC und im RSC-Read & publish Flyer.

Weitere Informationen zu Open Access-Aktivitäten im Stabi-Blog: „Open Access“

Sie sind Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler und möchten mehr über eines der beschriebenen Angebote erfahren? Dann wenden Sie sich gern an Ihre Fachbibliothek oder in der Stabi an Claudius Herkt-Januschek.

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