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Besiedlung und Migration in Mesoamerika (7.5.)

20. April 2015
von Markus Trapp — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 2.274 Aufrufe

Darstellung von Chichomoztoc, entnommen der Historia Tolteca Chicimeca

Darstellung von Chichomoztoc, entnommen der Historia Tolteca Chicimeca, Mitte 16. Jh. © Bibliothèque Nationale de France, Bearbeitung C. Brückner

Prof. Dr. Viola König (Berlin): Besiedlung und Migration in Mesoamerika – Mythos und Modell

In Codexbüchern und Lienzos, die auf vorspanischen und frühkolonialen Vorläufern und Quellen beruhen, finden sich zahlreiche und vielfältige Informationen über Orte in Mesoamerika. Einige bezeichnen etwa mythische Orte der Herkunft oder Abstammung, wie den sagenhaften Ursprungsort Tula oder Tollan (den “Ort des Schilfs”); oder im Migrationsmythos der Nahua den Auszug aus Chicomoztoc (den “Ort der sieben Höhlen”). Zwar lassen sich etliche der Orte, die durch Namensglyphen dargestellt wurden, durch Forschungen in den letzten Jahren topographisch nachweisen. Doch bleibt das Wissen lückenhaft, da nur vergleichsweise wenig aus der Zeit der Eroberung Mexikos erhalten ist. Entsprechend kritisch sind die Modelle von Besiedlung und Migration in Mesoamerika zu bewerten. Prof. Dr. Viola König veranschaulicht die Schwierigkeiten und Möglichkeiten für die Forschung in diesem Bereich.

Donnerstag, 7. Mai 2015, 18.15 Uhr
Ort: Vortragsraum, 1. Etage, Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und der Linga-Bibliothek für Lateinamerika-Forschung im Rahmen der Ringvorlesung «Die Quellen des Wissens zu Mesoamerika» – «Kulturelle Identitäten im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Prozesse» (April – Juni 2015):

Darstellung von Chichomoztoc, entnommen der Historia Tolteca Chicimeca

Was wissen wir eigentlich über Mesoamerika? Und woher stammt unser Wissen? Wie dachten und was beobachteten beispielsweise die ersten Missionare in Neuspanien, wie beurteilten und wie beeinflussten die kirchlichen und staatlichen Institutionen im 16. und 17. Jahrhundert die indigene Bevölkerung in den ihnen unterstellten Gebieten? Wie nahmen die ersten Reisenden und Forscher ab dem späten 18. und besonders im 19. Jahrhundert die Menschen und ihre Lebenswelten im heutigen Mexiko, in Guatemala, in Belize und Honduras wahr? Und welche Erkenntnisse erlangten sie über die vorspanische Vergangenheit? Welchen Anteil hatten seither die Indigenen selbst, und welche Rolle spielen indigene Akteure heute in Religion, in gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Prozessen?

Der letzte Teil der Ringvorlesung zur Mesoamerikanistik möchte einen Einblick geben in die verschiedenen Quellen, die zu Mesoamerika existieren. Die Vielfalt reicht von frühkolonialen, indigen beeinflussten Codexbüchern und lateinschriftlichen Dokumenten bis zu Reiseberichten; sie beeinhaltet orale Traditionen und archäologische Aufzeichnungen und schließt auch die Neuen Medien mit ein.

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