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Maschinelle versus intellektuelle Erschliessung: – unsere Antwort: “Mit zwei Augen sieht man besser”

18. Mai 2006
von AC — abgelegt in: Tipps und Tricks — 6.491 Aufrufe

Seit einiger Zeit geistert das Thema der automatischen Indexierung durch das Bibliothekswesen. Die Meinungen gehen dabei sehr auseinander. Für die einen ist es der Untergang des Bibliothekswesens, für die anderen ist es die Lösung zahlreicher Probleme. Die Wahrheit liegt wie immer dazwischen. Im folgenden ein Beitrag von Manfred Hauer, Betreiber des Portals Dandelon.com und Anbieter der Indexierungssoftware intelligentCAPTURE, in dem er auf Vor- und Nachteile beider Erschließungsmodelle eingeht:

“…Eine gute intellektuelle Erschiessung ist oft in der Lage, besser Themen zu abstrahieren und auf den Punkt einer Klasse oder Schlagwortkette zu bringen als maschinelle Verfahren. Dies gilt insbesondere fuer Wissensdomaenen ohne “harte” Fachterminologie oder heterogene Sammelwerke. Die gewichtete maschinelle Indexierung hingegen bleibt meist dichter an der Sprache des Autors und erlaubt in Bibiothekskatalogen volltext-aehnliche Suchen, ja uebertrifft die Volltextrecherche durch Grundformreduktion, Phrasenerkennung, Synonymkonvertierung und Unterdrueckung von unwichtigen Woerten. Sie holt aus Konferenzbaenden und anderen Sammelwerken Namen von Personen und Koerperschaften oder geografische Begriffe heraus. Die Gewichtungen der maschinellen Indexierung koennen Information Retrieval-Programme / Suchmaschinen mit Vektor-Modell oder probabilistischem Modell nutzen. Maschinelle Indexierung muss keineswegs die intellektuelle Indexierung ersetzen, die beiden Perspektiven ergaenzen sich vortrefflich. Unser dandelon.com gewichtet die Begriffe von Autor und Sacherschliesser jeweils doppelt so hoch wie die hoechsten maschinellen Deskriptoren und zeigt im Suchergebnis soweit verfuegbar die Indexierung der Sacherschliesser und den Titel des Autors. Zusaetzlich ergaenzen – einstellbar – die Suche intellektuell gepflegte Fachthesauri mit synonyomen Begriffen, Unterbegriffen und Uebersetzungen aus mehreren Wissensdomaenen und Sprachen.” aus der Rundmail von Manfred Hauer, 17.5.06

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