Ausstellung: Fragments & Leaves. Historische Schriftartefakte und zeitgenössische Blattobjekte (28.8.-25.10.)
6. August 2026
von Markus Trapp — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 299 Aufrufe
28. August bis 25. Oktober 2026, Ausstellungsraum.
„Fragments & Leaves“ widmet sich der kulturellen und materiellen Geschichte des Blattes als Träger von Schrift, Bild und Erinnerung. Die Ausstellung bringt historische Fragmente aus der bedeutenden Handschriftensammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg mit den zeitgenössischen Blattobjekten der in Wien lebenden Künstlerin Angela Andorrer in einen vielschichtigen Dialog. Gezeigt werden Papyri, Pergament- und Palmblatthandschriften aus den vergangenen zwei Jahrtausenden neben fragilen, von der Natur gezeichneten Blättern verschiedener Pflanzen, die Andorrer mit Farbe, Garn und zeichnerischen Eingriffen bearbeitet hat.
Im Nebeneinander von historischen und künstlerischen Artefakten wird das Blatt selbst zum Objekt kultureller Überlieferung. Spuren von Zerfall, Beschädigung und Bearbeitung erzählen von Zeit, Transformation und Bewahrung. Die Ausstellung lässt die fragilen Materialien als kostbare Fundstücke hervortreten und eröffnet neue Perspektiven auf die Materialität von Wissen, Erinnerung, Natur und Kunst. Für die Stabi hat die Handschriftenreferentin Katrin Janz-Wenig die Ausstellung ko-kuratiert.
Im Ausstellungsraum im Erdgeschoss.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 24 Uhr, Samstag bis Sonntag, 10 bis 24 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 27.8., 18 Uhr, Vortragsraum
Grußwort von Prof. Robert Zepf (Direktor der Stabi)
Einführung in die Ausstellung durch Angela Andorrer und Dr. Katrin Janz-Wenig
Um Anmeldung wird gebeten unter: pr@sub.uni-hamburg.de.
Pressefotos
Unter der Adresse https://stabi.hamburg/pressefotos#c26746 haben wir Pressefotos mit ausgewählten Exponaten samt Beschreibung veröffentlicht. Diese Fotos dürfen sehr gerne zur Berichterstattung über die Ausstellung verwandt werden. Quellenangabe: © Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.
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Eine Ausstellung über Blätter ist zunächst riskant. Man denkt schnell an Herbstdeko, Herbarium und Dinge, die früher zwischen Lexikonseiten gepresst wurden.
Dann liegen da plötzlich Papyri, Pergamente, Palmblätter und bearbeitete Pflanzenblätter aus zwei Jahrtausenden nebeneinander, und aus dem harmlosen Blatt wird ein ziemlich ernstes Wesen. Es trägt Schrift, Bilder, Erinnerung und, wenn es Pech hat, Pilzbefall.
Besonders schön finde ich, dass hier Zerfall ausdrücklich mitausgestellt wird. In anderen Zusammenhängen versucht man Schäden möglichst zu kaschieren. Im Museum bekommen sie Beleuchtung und einen Wandtext.
Auch die Verbindung zwischen Handschrift und Pflanzenblatt funktioniert bemerkenswert gut: Beides ist fragil, beides altert, beides kann beschrieben, geflickt, beschädigt und bewahrt werden.
Und dann die Öffnungszeiten bis Mitternacht.
Das scheint mir angemessen. Wer um 23:40 Uhr noch das dringende Bedürfnis verspürt, über zweitausend Jahre alte Schriftträger und bestickte Pflanzenblätter nachzudenken, soll keinesfalls von einer verschlossenen Tür aufgehalten werden.
Der Eintritt ist frei.
Die Vergänglichkeit offenbar ebenfalls.