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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Vortrag Dr. Michael Navratil: Leutnant mit Cello. Subversionen soldatischer Männlichkeit bei Thomas Mann (21.7.)

13. Juli 2026
von Markus Trapp — abgelegt in: Ausstellungen und Veranstaltungen — 143 Aufrufe

Dienstag, 21.7., 19 Uhr, Vortragsraum.

Thomas Mann gilt gemeinhin nicht als ein Autor des Krieges. Gleichwohl finden sich in seinem literarischen Werk immer wieder Soldatenfiguren, von dem musikalischen Leutnant René Maria von Throta in „Buddenbrooks“ über den ehrliebenden Joachim Ziemßen im „Zauberberg“ bis hin zum Ritter Grigorß im letzten abgeschlossenen Roman „Der Erwählte“. Auffällig ist dabei allerdings, dass Thomas Manns Soldaten militärisch oft nur wenig tüchtig sind, gar nicht erst in den Krieg ziehen oder sich, wie Felix Krull, gleich ganz vom Militärdienst freisimulieren.

Der Vortrag von Dr. Michael Navratil zeichnet in einer Tour de Force durch das Werk die Darstellungen unsoldatischen Soldatentums bei Thomas Mann nach. Dabei wird demonstriert, dass die Soldatenfiguren des literarischen Werks meist nicht so sehr eingesetzt werden, um Fragen rund um Krieg und Frieden zu verhandeln, sondern dass an ihnen vielmehr eine bestimmte Geschlechtsproblematik durchdekliniert wird: nämlich das Thema prekärer Männlichkeit in der Moderne.

Eine Veranstaltung der Thomas Mann-Gesellschaft in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Der Eintritt ist frei.

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