{"id":515,"date":"2007-04-12T10:10:40","date_gmt":"2007-04-12T08:10:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sub.uni-hamburg.de\/blog\/?p=515"},"modified":"2007-04-12T10:10:40","modified_gmt":"2007-04-12T08:10:40","slug":"neu-in-der-theatersammlung-bocksboys-buhnenbilder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?p=515","title":{"rendered":"Neu in der Theatersammlung: Bocksboys B\u00fchnenbilder"},"content":{"rendered":"<p>Der Graphik-Designer Achim Bocksboy hat der <a href=\"http:\/\/www.sub.uni-hamburg.de\/informationen\/sondersammlungen\/theatersammlung.html\">Theatersammlung<\/a> der Universit\u00e4t Hamburg die B\u00fchnenbildentw\u00fcrfe, die er f\u00fcr die Inszenierungen des theaters 53 geschaffen hat, geschenkt. Das theater 53 galt in einer Zeit, als Hamburgs gro\u00dfe B\u00fchnen jedem Experiment abhold waren, als ein Geheimtipp. \u201eEine B\u00fchne &#8230; f\u00fcr das unkonventionelle Schauspiel unserer Zeit\u201c wollte es sein und Spielformen finden, \u201ederen Ausdruck den Dissonanzen der Jazz-Musik gleichen\u201c sollte. Hier kamen die jungen Dramatiker \u2013 zwischen Existentialismus und absurdem Theater \u2013 zu Wort, und dies noch bevor sich das Theater im Zimmer ihrer annahm. Eug\u00e8ne Ionesco und Jean Genet, Edward Albee und Harold Pinter sowie die fr\u00fchen St\u00fccke von G\u00fcnter Grass, Martin Walser und Peter Weiss waren hier erstmals in Hamburg zu erleben, aber auch Szenen aus Bertolt Brechts Furcht und Elend des Dritten Reichs.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" align=\"left\" alt=\"Buehnenbild von Achim Bocksboy\" id=\"image517\" title=\"Buehnenbild von Achim Bocksboy\" src=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/bocksboy.jpg\" \/>Begonnen hatte die Schar junger K\u00fcnstler, an deren Spitze zun\u00e4chst Markus Scholz, dann Karl-Ulrich Meves stand, in einer Baracke an der Rothenbaumchaussee. Von der Baupolizei  daraus vertrieben, versuchten sie es im benachbarten Feuerl\u00f6schteich: die Zuschauer im (leeren) Bassin, die Schauspieler an dessen Stirnseite (vgl. Abb.), dann in dem Bunker auf demselben Gel\u00e4nde. Dort gelang ihnen 1954 mit der Generation ohne Abschied, einer Vorstellung mit Dichtungen von Wolfgang Borchert, der Durchbruch; ein Hemingway-Abend im darauffolgenden Jahr bekr\u00e4ftigte den Erfolg. 1959 zogen sie in einen Keller an der Landwehr. Hier wie dort spielten sie auf einer \u00fcber Eck gestellten B\u00fchne in hautnahem Kontakt mit dem Publikum: ohne Rampe und mit kaum mehr Technik als einem Diaprojektor. Achim Bocksboy, ein Sch\u00fcler Alfred Mahlaus, der von der Er\u00f6ffnung bis zu der Schlie\u00dfung des Theaters (1965) die Dekorationen f\u00fcr fast alle der rund 70 Produktionen entwarf, hatte diese buchst\u00e4blich aus dem Nichts zu schaffen \u2013 w\u00e4hrend er seinen Lebensunterhalt mit der Gestaltung von Firmensignets, Brosch\u00fcren und anderen Drucksachen verdiente.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren bereits haben Karl-Ulrich Meves und Achim Bocksboy der Theatersammlung die Programmhefte, Szenenfotos und Auff\u00fchrungskritiken des Theaters \u00fcberlassen. Mit Bocksboys B\u00fchnenbildentw\u00fcrfen und den Kost\u00fcmfigurinen von Ursula Steneberg gewinnen diese Quellen nun Farbe und hohe Anschaulichkeit. Ein umfassendes Material \u00fcber dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche Unternehmen steht damit der Forschung zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bei der Abbildung handelt es sich um eine Zeichnung von Achim Bocksboy f\u00fcr eine Auff\u00fchrung des theaters 53 im Feuerl\u00f6schteich an der Rothenbaumchaussee (1953). Um der chronischen Geldnot abzuhelfen, wich man vom ambitionierten literarischen Programm ab und spielte den \u201adramatischen Scherz\u2019 Die gro\u00dfe Liebe von Armand Salacrou \u2013 allerdings nicht im Freien. Denn am Premierenabend regnete es.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Graphik-Designer Achim Bocksboy hat der Theatersammlung der Universit\u00e4t Hamburg die B\u00fchnenbildentw\u00fcrfe, die er f\u00fcr die Inszenierungen des theaters 53 geschaffen hat, geschenkt. 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