{"id":38431,"date":"2024-07-09T08:00:39","date_gmt":"2024-07-09T06:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?p=38431"},"modified":"2024-10-01T11:31:50","modified_gmt":"2024-10-01T09:31:50","slug":"zum-125-geburtstag-hermann-tiemanns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?p=38431","title":{"rendered":"Zum 125. Geburtstag Hermann Tiemanns"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eWer dieses hoffnungslose Provisorium sah, musste an der Zukunft der Bibliothek verzweifeln. Nicht so ihr [\u2026] Direktor\u201c<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Melisande Schroers.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"38435\" data-permalink=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?attachment_id=38435\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-scaled.jpg\" data-orig-size=\"1909,2560\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;IQ3 100MP&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1720451509&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;80&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.033333333333333&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Hermann Tiemann\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Hermann Tiemann&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-763x1024.jpg\" src=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-224x300.jpg\" alt=\"Hermann Tiemann\" title=\"Hermann Tiemann\" width=\"224\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-38435\" srcset=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-224x300.jpg 224w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-763x1024.jpg 763w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-112x150.jpg 112w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-768x1030.jpg 768w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-1145x1536.jpg 1145w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-1527x2048.jpg 1527w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_22r-gr-scaled.jpg 1909w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a> Am 9. Juli 2024 j\u00e4hrt sich der Geburtstag Hermann Tiemanns zum 125. Mal. Bekannt geworden ist Tiemann vor allem in seiner T\u00e4tigkeit als langj\u00e4hriger Direktor der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg (1945 bis 1967) sowie als Begr\u00fcnder der Werkausgabe des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock, den die Stabi derzeit mit einer <a href=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?p=38222\">Ausstellung und einem Begleitprogramm<\/a> zu seinem 300. Geburtstag ehrt. Tiemanns besonderer Verdienst war zweifellos der unerm\u00fcdliche Wiederaufbau der Stabi nach dem Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Geboren wurde August Hermann Friedrich Tiemann am 9. Juli 1899 in Bremen. Seine Eltern waren Marie Tiemann, geb. Brinkmann, und Albert Tiemann, ein Polizeibeamter aus Berlin. Im Alter von 18 Jahren legte er an einem Gymnasium in Bremerhaven die Reifepr\u00fcfung ab und immatrikulierte sich zum Sommersemester an der Berliner Universit\u00e4t. Der Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, in dem Tiemann 1918 schwer verwundet wurde, unterbrach sein Studium der romanischen Philologie, das er im Folgejahr mit besonderer Ber\u00fccksichtigung des Spanischen sowie der Anglistik und Germanistik in T\u00fcbingen und G\u00f6ttingen fortsetzte.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Sein Studium schloss Tiemann mit dem Staatsexamen und einer Promotion im Jahr 1923 zum Thema \u201eStudien zur spanischen Dramatik in Flandern\u201c ab. Zwei Jahre sp\u00e4ter trat er seine Arbeit in der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg an \u2013 zun\u00e4chst als Hilfsarbeiter, bis er 1928 in Berlin das bibliothekarische Fachexamen ablegte und zum Bibliotheksrat in Hamburg ernannt wurde. 1931 heiratete Tiemann die ebenfalls als Bibliothekarin t\u00e4tige Franziska Singelmann (1900\u20131968) und bekam mit ihr zwei T\u00f6chter.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs arbeitete Hermann Tiemann als Meteorologe f\u00fcr die Wehrmacht. Sein Leben und Wirken im Nationalsozialismus bedarf noch einer vertieften Aufarbeitung. Nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands kehrte er in die Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek zur\u00fcck, wo er ab dem 1. August 1945 erst vertretungsweise und ab dem 21. September 1945 formell als Direktor t\u00e4tig war. Diese Stelle behielt er dann bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1967. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"38434\" data-permalink=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?attachment_id=38434\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-scaled.jpg\" data-orig-size=\"1897,2560\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;IQ3 100MP&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1720451339&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;80&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.033333333333333&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Hermann Tiemann\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Hermann Tiemann&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-759x1024.jpg\" src=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-222x300.jpg\" alt=\"Hermann Tiemann\" title=\"Hermann Tiemann\" width=\"222\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-38434\" srcset=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-222x300.jpg 222w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-759x1024.jpg 759w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-111x150.jpg 111w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-768x1036.jpg 768w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-1138x1536.jpg 1138w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-1518x2048.jpg 1518w, https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/hermann-tiemann_20r-gr-scaled.jpg 1897w\" sizes=\"auto, (max-width: 222px) 100vw, 222px\" \/><\/a>Zu Beginn seiner Amtszeit war seine wohl gr\u00f6\u00dfte Herausforderung die Aufgabe, eine fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rte Bibliothek wiederaufzubauen und dabei einen Verlust von 700 000 B\u00e4nden (s. <a href=\"https:\/\/galerie.sub.uni-hamburg.de\/exhibits\/show\/operation-gomorrha\/ueber-diese-ausstellung\">Operation Gomorrha<\/a>) auszugleichen. Neuerscheinungen mussten erworben und L\u00fccken im Bestand durch K\u00e4ufe auf dem Antiquariatsmarkt geschlossen werden. <\/p>\n<p>Tiemann engagierte sich auch \u00fcberregional f\u00fcr das deutsche Bibliothekswesen der Nachkriegszeit und setzte sich f\u00fcr die dezentrale Literaturversorgung durch den von ihm mitentwickelten Sondersammelgebietsplan der DFG ein. \u201eNie hat er die Hamburger Bibliothek isoliert gesehen, sondern klar erkannt, dass die Sch\u00e4den des Krieges nur durch die gemeinsame Arbeit aller Bibliothekare \u00fcberwunden werden konnten\u201c, schrieb Horst Gronemeyer, von 1978 bis 1998 mittelbarer Nachfolger Tiemanns als Stabi-Direktor, in seinem Nachruf. Daneben war Tiemann weiterhin als Wissenschaftler an der Universit\u00e4t Hamburg t\u00e4tig, sodass er nach der Habilitation im Fach Romanistik 1951 zum apl. Prof. und 1962 zum o. Prof. ernannt wurde. In der Lehre konzentrierte er sich vor allem auf Altfranz\u00f6sisch, sein Forschungsinteresse galt insbesondere der Nachwirkung spanischer Literatur in Deutschland. Dar\u00fcber hinaus interessierte er sich f\u00fcr Buchkunst. Von 1952 bis 1975 war er Vorsitzender der 1911 in Berlin gegr\u00fcndeten und 1946 in Hamburg neu entstandenen Maximilian-Gesellschaft und pr\u00e4gte ma\u00dfgeblich die Ziele dieser bibliophilen Vereinigung. Nach seiner Emeritierung begr\u00fcndete Tiemann gemeinsam mit den Germanisten Adolf Beck und Karl Ludwig Schneider die historisch-kritische Klopstock-Ausgabe. Den Nachlass des ber\u00fchmten Dichters hatte die Stabi 1950 erworben.<\/p>\n<p>Tiemann starb nach langer schwerer Krankheit am 27. Februar 1981 im Alter von 81 Jahren in Hamburg. Die Stabi bewahrt in seinem Teilnachlass einige Briefe und Handschriften von ihm. Au\u00dferdem k\u00f6nnen 48 seiner B\u00fccher ausgeliehen oder in Pr\u00e4senz eingesehen und weit mehr als 100 unselbstst\u00e4ndige Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Forschung genutzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWer dieses hoffnungslose Provisorium sah, musste an der Zukunft der Bibliothek verzweifeln. Nicht so ihr [\u2026] Direktor\u201c Von Melisande Schroers. Am 9. Juli 2024 j\u00e4hrt sich der Geburtstag Hermann Tiemanns zum 125. Mal. 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