{"id":32626,"date":"2022-01-28T08:02:55","date_gmt":"2022-01-28T07:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?p=32626"},"modified":"2022-08-02T10:45:34","modified_gmt":"2022-08-02T08:45:34","slug":"neuerwerbungen-zur-hamburger-musik-und-theatergeschichte-darunter-brief-an-schiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?p=32626","title":{"rendered":"Neuerwerbungen zur Hamburger Musik- und Theatergeschichte &#8211; darunter Brief an Schiller"},"content":{"rendered":"<p><em>Von J\u00fcrgen Neubacher.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_32632\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Herzfeld_1802_v-gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-32632\" data-attachment-id=\"32632\" data-permalink=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?attachment_id=32632\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Herzfeld_1802_v-kl.jpg\" data-orig-size=\"640,540\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Herzfeld_1802_v-kl\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Adresse Friedrich Schillers auf Brief von Jacob Herzfeld vom 19. 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Januar 1802 <\/div>\n<p><\/p><\/div>\n<p>2021 war es der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg (SUB) m\u00f6glich, f\u00fcr ihre Autographensammlung (genannt \u201eLiteratur-Archiv\u201c) und in Erg\u00e4nzung anderer Best\u00e4nde einige herausragende St\u00fccke zur Hamburger Musik- und Theatergeschichte zu erwerben.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlt ein eigenh\u00e4ndiger Brief des von 1793 bis 1814 mit Unterbrechungen in Hamburg als Theatermusiker und freischaffender K\u00fcnstler t\u00e4tigen Violinvirtuosen und Komponisten Andreas Romberg (1767\u20131821), von dem die SUB unter ihren Musikhandschriften einen bedeutenden Teil seines kompositorischen Nachlasses verwahrt. Das an seinen Vetter Johann Christoph Schl\u00fcter gerichtete Schreiben Rombergs vom 29. April 1810 erhellt den Entstehungshintergrund eines weiteren Dokuments, das sich bereits seit 1916 im Besitz der SUB befindet: ein eigenh\u00e4ndiges Werkverzeichnis mit Stand von 1810, dem Romberg eine Lebensskizze vorangestellt hat. Klar ist nun durch die Zusammenf\u00fchrung der beiden aufeinander bezogenen Dokumente, dass das Werkverzeichnis (mit Biographie) auf Anforderung der Herausgeber eines Pariser \u201eDictionnaire historique de Musique\u201c verfasst wurde (Romberg hielt sich in den Jahren 1800\u20131802 mehrfach in Paris auf). Wegen Vers\u00e4umens des Ablieferungstermins wurde es aber nie abgeschickt und folglich auch nicht publiziert. Bei dem im Brief genannten Lexikon handelt es sich fraglos um das zweib\u00e4ndige, 1810 und 1811 in Paris erschienene <em>Dictionnaire historique des musiciens<\/em> von Alexandre Etienne Choron und Fran\u00e7ois Joseph Fayolle, in dem zwar ein kurzer Artikel f\u00fcr Rombergs Vetter Bernhard Romberg enthalten ist, einer f\u00fcr den bedeutenderen Andreas Romberg jedoch fehlt.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Zu den Neuerwerbungen z\u00e4hlt des weiteren ein eigenh\u00e4ndiger Brief des Hamburger Theaterdirektors Friedrich Ludwig Schr\u00f6der (1744\u20131816) vom 18. Oktober 1791 an den Wiener Schauspieler Jacob Herzfeld (1762\u20131826), den Schr\u00f6der noch im selben Jahr nach Hamburg holte (Herzfeld wurde 1798 Mitdirektor und 1812 Nachfolger Schr\u00f6ders als Direktor des Hamburger Theaters). Der Brief erg\u00e4nzt nicht nur einen in der SUB bereits vorhandenen Brief Schr\u00f6ders an Herzfeld vom 20. September 1791 in der gleichen Angelegenheit, sondern bietet auch interessante Einblicke in die damalige Theaterpraxis. Schr\u00f6der empfiehlt seinem j\u00fcngeren Kollegen verschiedene Schauspiele f\u00fcr das Rollenstudium, von denen einige auch auf dem Hamburger Spielplan gestanden hatten.<\/p>\n<p>Besonders wertvoll ist ein noch unver\u00f6ffentlichter <strong>Brief Jacob Herzfelds an Friedrich Schiller<\/strong> vom 19. Januar 1802: <\/p>\n<div id=\"attachment_32631\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Herzfeld_1802_r-gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-32631\" data-attachment-id=\"32631\" data-permalink=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?attachment_id=32631\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Herzfeld_1802_r-kl.jpg\" data-orig-size=\"640,766\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Herzfeld_1802_r-kl\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Brief Jacob Herzfelds an Friedrich Schiller vom 19. 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Januar 1802 <\/div>\n<p><\/p><\/div>\n<p>Er dokumentiert \u2013 neben einigen bereits im Bibliotheksbestand vorhandenen Briefen Schillers an die Direktoren Schr\u00f6der und Herzfeld (aus den Jahren 1786\u20131803) \u2013 einmal mehr die durchaus engere Beziehung Schillers und der Hamburger B\u00fchne: \u201eWohlgebohrner! H\u00f6chstzuverehrender Herr Hofrath! [&#8230;] Haben Sie die Gewogenheit mir mit n\u00e4chstem Ihre von Gozzi bearbeitete Tragicom\u00f6die und die Wallensteine zu \u00fcbersenden, so wie ich Sie \u00fcberhaupt ersuche, in Zukunft jede Ihrer dramatischen Arbeiten [&#8230;] gef\u00e4lligst hieher zu senden. Es wird nie an der Bereitwilligkeit der Direction liegen, wenn einmahl eins unaufgef\u00fchrt bleibt, nur bedeutende Local-Verh\u00e4ltni\u00dfe k\u00f6nnten es hindern.\u201c Der Brief blieb nicht ohne Wirkung, sandte doch Schiller 1803 zun\u00e4chst seine beiden Bearbeitungen nach Picard \u201eDer Neffe als Onkel\u201c und \u201eDer Parasit\u201c, sp\u00e4ter auch eine von ihm teilweise eigenh\u00e4ndig korrigierte Abschrift seiner \u201eBraut von Messina\u201c an Herzfeld, wie sich auch andere, mehr oder weniger von ihm autorisierte B\u00fchnenmanuskripte zu insgesamt zehn seiner Theaterst\u00fccke (darunter auch die im Brief angedeuteten St\u00fccke \u201eWallensteins Tod\u201c und \u201ePiccolomini\u201c aus der Wallenstein-Trilogie und Schillers Gozzi-Bearbeitung \u201eTurandot\u201c) noch heute unter den seit 1906 im Bestand der SUB verwahrten Inspektionsb\u00fcchern des Hamburger Stadttheaters befinden (Signaturengruppe \u201eTheater-Bibliothek\u201c). Sie wurden in wichtigen F\u00e4llen als Quellen f\u00fcr die Schiller-Nationalausgabe herangezogen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich konnten noch 29 eigenh\u00e4ndige Briefe des zwischen 1883 und 1893 am Hamburger Carl-Schultze-Theater t\u00e4tigen Komponisten Rudolf Dellinger (1857\u20131910) erworben werden, gerichtet an den Wiener K\u00fcnstleragenten Gustav Lewy und zumeist aus Dellingers Hamburger Zeit stammend.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Briefe und B\u00fchnenmanuskripte (noch nicht die neuerworbenen) sind im <a href=\"https:\/\/www.sub.uni-hamburg.de\/sammlungen\/handschriftensammlung.html\">Handschriftenkatalog HANS<\/a> der SUB verzeichnet, der demn\u00e4chst in den Kalliope-Verbund, das nationale Nachweisinstrument f\u00fcr Nachl\u00e4sse, Autographen und Verlagsarchive, migrieren wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von J\u00fcrgen Neubacher. 2021 war es der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg (SUB) m\u00f6glich, f\u00fcr ihre Autographensammlung (genannt \u201eLiteratur-Archiv\u201c) und in Erg\u00e4nzung anderer Best\u00e4nde einige herausragende St\u00fccke zur Hamburger Musik- und Theatergeschichte zu erwerben. Dazu z\u00e4hlt ein eigenh\u00e4ndiger Brief des von 1793 bis 1814 mit Unterbrechungen in Hamburg als Theatermusiker und freischaffender K\u00fcnstler t\u00e4tigen Violinvirtuosen und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":38,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[17,13],"tags":[29],"class_list":["post-32626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hamburg","category-das-besondere-buch","tag-hamburg-2"],"views":2324,"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7hfNR-8ue","jetpack-related-posts":[{"id":20318,"url":"https:\/\/blog.sub.uni-hamburg.de\/?p=20318","url_meta":{"origin":32626,"position":0},"title":"Textbuchsammlung des Hamburger Stadt-Theaters katalogisiert","author":"JN","date":"15-06-16","format":false,"excerpt":"\u00a0 Die Sammlung von rund 3.050 vorwiegend handschriftlichen Textb\u00fcchern des Hamburger Stadttheaters aus der Zeit von etwa 1750 bis 1880 wurde 1929 der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek \u00fcbereignet. 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