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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Sauer macht lustig, aber nicht bei Büchern: Massenentsäuerung, Teil 2

12. August 2009
von DL — abgelegt in: Schätze der Stabi — 4.149 Aufrufe

Die Hamburgische Bürgerschaft hat dieses Jahr 1 Million Euro zur Massenentsäuerung von Büchern Hamburger Bibliotheken bereitgestellt. Im Bibliothekssystem profitieren von dieser bestandserhaltenden Maßnahme außer der Stabi auch die Bibliothek des FB Theologie, die Departmentbibliothek Kunstgeschichte und Kulturkunde, die Bibliothek des Asien-Afrika-Instituts und die Ärztliche Zentralbibliothek. Insgesamt werden dieses Jahr ca. 63.000 Bände entsäuert werden, davon ca. 30.000 aus der Stabi. Außerhalb des Bibliothekssystems der Universität ist auch die Bibliothek der Hamburger Kunsthalle beteiligt, die gut 4.000 Bände Ausstellungskataloge und (überwiegend Hamburger) Auktionskataloge entsäuern lassen wird.
Die Maßnahme knüpft an unsere erste große Entsäuerungsmaßnahme im Jahr 2007 an, als ca. 10.500 säuregefährdete Hamburger Dissertationen sowie 4.800 Hamburger Drucke gerettet wurden. Betroffen sind dieses Jahr vor allem in Hamburg erschienene Verlagsveröffentlichungen und erneut Hamburger Dissertationen. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass die betroffenen Bände dann in der nächsten Zeit für bis zu drei Monate  nicht benutzbar und auch nicht vormerkbar sind. Sie finden im Campus-Katalog dann einen entsprechenden Hinweis.

Neue Hamburgensien von Peter Suhr

11. Dezember 2008
von GU — abgelegt in: Schätze der Stabi — 6.845 Aufrufe

Aussicht von der Elbhöhe, Hamburg um 1837

Peter Suhr, der berühmte Hamburgensien-Zeichner und Lithograph, gab in den 1830-er und 1840-er Jahren ein großangelegtes Ansichtenwerk heraus. In den ersten zwei Teilen sind historische Graphiken und Darstellungen der Brandkatastrophe von 1842 unter dem Titel “Hamburgs Vergangenheit in bildlichen Darstellungen” vereinigt. Der dritte Teil, als “Ansichten von Hamburg und der Umgegend” bekannt, umfasst Veduten von Straßen, Plätzen und Gebäuden in und um Hamburg.

Einige der Vedutenblätter aus Suhrs Werk sind bereits in der Kartensammlung vorhanden. In diesem Jahr konnten vier weitere erworben werden, darunter die sehr seltene “Aussicht von der Elbhöhe auf dem Walle, über die Elbe, die Vorstadt St. Pauli (Hamburgerberg) nach Altona” von 1837 (Bd. 3, Bl. 37).

Signatur: KS 1025/907: 3,37

Pommern-Karte von 1789

29. April 2008
von GU — abgelegt in: Schätze der Stabi — 6.608 Aufrufe

Kartenausschitt aus der Pommernkarte von 1789

Die Kartensammlung der Staatsbibliothek kann sich über ein wertvolles Geschenk freuen. Es handelt sich um die 6-teilige flächenkolorierte “Karte des Königl. Preuss. Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern” von 1789 des Obersten Geheimen Baurates für Pommern, Ost- und Westpreußen David Gilly (1748-1808).
Als Vorlage für seine Pommernkarte benutzte Gilly das wichtigste Kartenwerk der voramtlichen preußischen Landesaufnahme, die Schmettau/Schulenburg-Karte, die ihrerseits auf den 1767-87 durchgeführten Vermessungen des preußischen Territoriums basiert.
Kein geringerer als der Geograph der Preußischen Akademie der Wissenschaften, der bedeutende Kartograph Daniel Friedrich Sotzmann (1754-1840), hat Gillys Entwurf in Kupfer gestochen.

Signatur: Kt 2008/901

Weitere Informationen zur Kartensammlung finden Sie unter: www.sub.uni-hamburg.de/karten

CD-Reihe zur Hamburger Kirchenmusik

3. März 2008
von AP — abgelegt in: Schätze der Stabi — 7.844 Aufrufe

Weblog_RombergCD_cover.jpgDas Oratorium „Der Messias“ von Andreas Romberg (1767–1821) ist jetzt in einer Einspielung mit der Rheinischen Kantorei und dem Kleinen Konzert unter Leitung von Hermann Max erschienen (www.cpo.de).

Die Quellen zu der Komposition (zwei eigenhändige Partituren des Komponisten) befinden sich zusammen mit weiteren Romberg-Manuskripten in der Musiksammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und gehören zu den kriegsverlagerten, 1998 aus Jerewan (Armenien) zurückgekehrten Beständen der Bibliothek. Der Violinvirtuose und Komponist Andreas Romberg wirkte von 1793 bis 1815 in Hamburg. Hier führte er um 1800 seinen bereits 1793 in Bonn entstandenen „Messias“ nach Auszügen aus der gleichnamigen Dichtung von Friedrich Gottlieb Klopstock in einer überarbeiteten Fassung wieder auf.

Die CD bildet den Auftakt einer auf zehn Titel angelegten Reihe zur Hamburger Kirchenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts, die von der ZEIT-Stiftung initiiert wurde und gemeinsam mit Deutschlandradio Kultur und dem Klassiklabel cpo produziert wird. Beratende Unterstützung erhält das Projekt von seiten der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Die Theatersammlung der Universität Hamburg hat die Bühnenzeichnungen der Malerin Aliute Meczies erhalten. Darunter befinden sich umfangreiche Serien von Kostümfigurinen für Produktionen der Hamburgischen Staatsoper und die Dekorationsentwürfe für die Uraufführung von György Ligetis Le Grand Macabre, 1978 am Kgl. Theater in Stockholm. Weiter lesen “Neu in der Theatersammlung: Bühnenzeichnungen von Aliute Meczies”

Mattheson-Nachlass der Staatsbibliothek wird neu erschlossen

17. Dezember 2007
von AP — abgelegt in: Schätze der Stabi — 5.233 Aufrufe

Am Institut für Germanistik der Otto-Guericke-Universität Magdeburg und am Institut für Musik, Abteilung Musikwissenschaft, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind die Arbeiten an dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf drei Jahre geförderten interdisziplinären Forschungsvorhaben Johann Mattheson als Vermittler und Initiator – Wissenstransfer und die Etablierung neuer Diskurse in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelaufen. Unter Leitung von PD Dr. Bernhard Jahn (Magdeburg) und Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann (Halle) arbeiten an dem Projekt Dr. Dirk Rose (Magdeburg), Hansjörg Drauschke (Regensburg/Halle) und Dominik Stoltz (Hamburg). Im Rahmen des Vorhabens wird der in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky aufbewahrte Nachlass Johann Matthesons in Zusammenarbeit mit Dr. Jürgen Neubacher (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg) bibliographisch neu erschlossen und wissenschaftlich ausgewertet.
Von der bisherigen Forschung wurde Johann Mattheson in erster Linie als bedeutender Musiktheoretiker wahrgenommen. Die musiktheoretischen Schriften bilden jedoch nur einen Teil seines Oeuvres. Sie sind eingebettet in ein umfangreiches Schrifttum, das über den musikalischen Bereich im engeren Sinne hinausweist. Durch seine Übersetzungstätigkeit vor allem aus dem Englischen, aber auch dem Französischen und Italienischen, wie auch durch seine weiterführenden eigenen Arbeiten wird Mattheson zu einer Schlüsselfigur für den Wissenstransfer in der deutschen Aufklärung. Er vermittelt dabei nicht nur neue Wissensordnungen in neuen medialen Formen, sondern wirkt mit bei der Etablierung neuer Diskurse im deutschen Sprachraum, wie etwa dem der Empfindsamkeit.
Das Projekt möchte Matthesons Transferleistungen näher beschreiben, um ein eingehenderes Verständnis der eigenständigen musikalischen Schriften zu gewinnen, aber auch genereller, um im Rahmen einer Kulturtransfertheorie Einsichten in Transferprozesse der Aufklärung zu erlangen. In diesem Sinne sollen auch Matthesons Opern, vor allem aber seine Opernbearbeitungen, als Dokumente des Transfers internationaler musikdramatischer Modelle gelesen und verstanden werden.

Linga-Website: Großansicht BücherschätzeLinga-Ausstellungswebsite Bis Ende November wurde im Ausstellungsraum der Stabi eine Ausstellung zur Geschichte der Linga-Bibliothek gezeigt. Unter dem Titel “Zuckerrohr und Bücherwelten” stellten wir den Hamburger Kaufmann Carlos R. Linga und seine Frau Bertha Probst de Linga vor. Carlos Linga wurde in seiner Wahlheimat Mexiko zu einem begeisterten Büchersammler und überließ seiner Geburtsstadt eine wertvolle Büchersammlung zu Mexiko und ganz Lateinamerika.

Wenn Sie die Linga-Ausstellung verpasst haben oder sich gerne noch einmal näher mit den präsentierten Materialien (Briefe, aktuelle und historische Fotos, Dokumente und Bücher) beschäftigen möchten, können Sie jetzt unsere virtuelle Ausstellung besuchen.

Treppenaufgang Iberoamerika-HausLesesaal der Linga-Bibliothek Auf der zweisprachig (deutsch und spanisch) veröffentlichten Website können Sie unter der Adresse linga-bibliothek.de durch die Ausstellung schlendern, die Vorschaugraphiken per Mausklick in voller Größe am Bildschirm bewundern oder sich die Broschüre zur Linga-Bibliothek mit den gesammelten Ausstellungstafeln und dem kompletten Fotomaterial als PDF auf Ihren Rechner laden.

Auch 50 Jahre nach der Gründung der Linga-Bibliothek im Jahre 1957 wird die Idee des Ehepaars Linga, eine Verbindung zwischen Hamburg und den lateinamerikanischen Ländern zu schaffen, in der Bibliothek mit Leben erfüllt. Der mittlerweile auf 35.000 Bände angewachsene Bestand zu Geschichte, Politik, Kultur und Landeskunde Lateinamerikas wird kontinuierlich ausgebaut und steht zur Ausleihe und Nutzung bereit. Kommen Sie bei uns im Lichthof der Stabi vorbei, oder besuchen Sie unsere Website auf der Stabi-Homepage.

Das Papyrus-Kartell

16. Juli 2007
von AP — abgelegt in: Schätze der Stabi — 4.560 Aufrufe

Im Jahr 1902 gründete sich die “Commission zur Erwerbung griechischer-litterarischer Papyri aus Egypten”, kurz das “Papyrus-Kartell” genannt. Unter der Leitung des Kasseler Ägyptologen Dr. Otto Rubensohn wurden bis einschließlich 1910 zahlreiche Papyrus-Funde in Ägypten geschlossen angekauft. Das Geld floss aus den Etats der am Kartell beteiligten Institutionen, so auch aus dem Etat der damaligen Hamburger Stadtbibliothek. Über die Verteilung der Funde entschied neben der Höhe der Einlage oftmals das Los. 1908 trafen die ersten Zusendungen des Kartells in Hamburg ein und bildeten den Grundstock der hiesigen Papyrussammlung.

Darunter befanden sich z.B. bedeutende Zeugnisse für die erste systematische Christenverfolgung im gesamten Römischen Reich, die sog. “libelli libellatici”. Weltweit sind 46 Vertreter dieser Gattung aus verschiedenen Sammlungen publiziert. Die SUB besitzt mit 19 “libelli” den größten Bestand. Dabei handelt es sich um Opferbescheinigungen aus der Zeit des römischen Kaisers Decius um 250 n. Chr. Per Edikt hatte dieser von den Bewohnern des Reichs gefordert, dass sie ihre Loyalität durch ein Opfer für die Staatsgötter unter Beweis stellen. Viele Christen umgingen das mit ihrem Glauben unvereinbare, heidnische Opfer und die drohende Verfolgung und Bestrafung, indem sie sich eine solche Bescheinigung kauften. Einer dieser Belege ist noch bis zum 19. August in der Ausstellung “Erlesen” zu sehen – ob für ein wirklich vollzogenes Opfer oder vom Schwarzmarkt ist allerdings nicht mehr festzustellen.

Hamburgs kostbarstes Blumenbuch: Das Moller-Florilegium

22. Juni 2007
von MG — abgelegt in: Schätze der Stabi — 8.764 Aufrufe

Am 21. Juni 2007 wurde im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek im Beisein von Kultursenatorin Prof. Dr. Karin v. Welck eine Publikation vorgestellt, die ein einzigartiges kulturhistorisches Dokument von erlesener Schönheit zugänglich macht: das kostbare Blumenalbum, das der Hamburger Bürgermeister Barthold Moller (1605-1667) um 1660 von Hans Simon Holtzbecker (gest. 1671) nach der Natur malen ließ. Das fünfbändige Prachtalbum auf Pergament zeigt Blumen und Früchte aus dem Barockgarten Mollers. Es ist eine Quelle von großer Bedeutung für die Geschichte der Blumenmalerei und der Gartenkunst sowie für die historische Botanik. Zwei Bände wurden 1999 und 2000 von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg mit Hilfe öffentlicher und privater Zuwendungen erworben. Ein dritter Band befindet sich in einer amerikanischen Privatbibliothek, die beiden anderen Bände sind verschollen.

Mit finanzieller Unterstützung der Hermann Reemtsma-Stiftung, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Kulturstiftung der Länder, herausgegeben von Dietrich Roth, der die Ankäufe seitens der Staatsbibliothek leitete, macht jetzt der Münchener Hirmer Verlag das Florilegium in seiner ganzen Pracht allgemein zugänglich: „Das Moller-Florilegium. Hans Simon Holtzbeckers Blumenbuch für den Hamburger Bürgermeister Barthold Moller“.

Das hervorragend bebilderte Werk gibt einen großen Teil der Blumen- und Früchtebilder aus den drei vorhandenen Bänden wieder. Anhand weiterer Blätter von Holtzbeckers Hand wird ein fiktiver Einblick in die beiden noch verschollenen Bände gegeben. Der Dokumentarband kostet 98,- Euro.

Neu in der Theatersammlung: Bocksboys Bühnenbilder

12. April 2007
von AC — abgelegt in: Fachbibliotheken,Schätze der Stabi — 8.346 Aufrufe

Der Graphik-Designer Achim Bocksboy hat der Theatersammlung der Universität Hamburg die Bühnenbildentwürfe, die er für die Inszenierungen des theaters 53 geschaffen hat, geschenkt. Das theater 53 galt in einer Zeit, als Hamburgs große Bühnen jedem Experiment abhold waren, als ein Geheimtipp. „Eine Bühne … für das unkonventionelle Schauspiel unserer Zeit“ wollte es sein und Spielformen finden, „deren Ausdruck den Dissonanzen der Jazz-Musik gleichen“ sollte. Hier kamen die jungen Dramatiker – zwischen Existentialismus und absurdem Theater – zu Wort, und dies noch bevor sich das Theater im Zimmer ihrer annahm. Eugène Ionesco und Jean Genet, Edward Albee und Harold Pinter sowie die frühen Stücke von Günter Grass, Martin Walser und Peter Weiss waren hier erstmals in Hamburg zu erleben, aber auch Szenen aus Bertolt Brechts Furcht und Elend des Dritten Reichs.

Buehnenbild von Achim BocksboyBegonnen hatte die Schar junger Künstler, an deren Spitze zunächst Markus Scholz, dann Karl-Ulrich Meves stand, in einer Baracke an der Rothenbaumchaussee. Von der Baupolizei daraus vertrieben, versuchten sie es im benachbarten Feuerlöschteich: die Zuschauer im (leeren) Bassin, die Schauspieler an dessen Stirnseite (vgl. Abb.), dann in dem Bunker auf demselben Gelände. Dort gelang ihnen 1954 mit der Generation ohne Abschied, einer Vorstellung mit Dichtungen von Wolfgang Borchert, der Durchbruch; ein Hemingway-Abend im darauffolgenden Jahr bekräftigte den Erfolg. 1959 zogen sie in einen Keller an der Landwehr. Hier wie dort spielten sie auf einer über Eck gestellten Bühne in hautnahem Kontakt mit dem Publikum: ohne Rampe und mit kaum mehr Technik als einem Diaprojektor. Achim Bocksboy, ein Schüler Alfred Mahlaus, der von der Eröffnung bis zu der Schließung des Theaters (1965) die Dekorationen für fast alle der rund 70 Produktionen entwarf, hatte diese buchstäblich aus dem Nichts zu schaffen – während er seinen Lebensunterhalt mit der Gestaltung von Firmensignets, Broschüren und anderen Drucksachen verdiente.

Vor einigen Jahren bereits haben Karl-Ulrich Meves und Achim Bocksboy der Theatersammlung die Programmhefte, Szenenfotos und Aufführungskritiken des Theaters überlassen. Mit Bocksboys Bühnenbildentwürfen und den Kostümfigurinen von Ursula Steneberg gewinnen diese Quellen nun Farbe und hohe Anschaulichkeit. Ein umfassendes Material über dieses außergewöhnliche Unternehmen steht damit der Forschung zur Verfügung.

Bei der Abbildung handelt es sich um eine Zeichnung von Achim Bocksboy für eine Aufführung des theaters 53 im Feuerlöschteich an der Rothenbaumchaussee (1953). Um der chronischen Geldnot abzuhelfen, wich man vom ambitionierten literarischen Programm ab und spielte den ‚dramatischen Scherz’ Die große Liebe von Armand Salacrou – allerdings nicht im Freien. Denn am Premierenabend regnete es.