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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Mittwoch, 25. November 2009, 18 Uhr: „Der Verleger Friedrich Perthes in Hamburg“
Mit dem Namen des Verlagsbuchhändlers Friedrich Perthes (1721-1843) verbinden die meisten die Gründung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Kenner der hamburgischen Stadtgeschichte wissen, dass er mit der Tochter Caroline des Dichters Matthias Claudius verheiratet war und dass er eine führende Rolle beim Aufstand gegen die Franzosen 1813 spielte. Weniger bekannt ist, dass Perthes nach seiner Lehre in Hamburg in nur wenigen Jahren die größte und modernste Buchhandlung im deutschsprachigen Raum aufbaute, bevor er mit 50 Jahren nach Thüringen ging und dort einen neuen Verlag gründete.

Dr. Dirk Moldenhauer, Historiker, promovierte mit einer Arbeit über „Geschichte als Ware“, in der er am Beispiel des Verlegers Friedrich Perthes die Popularisierung von Geschichtswissen in der Goethezeit untersuchte.
Verein für Hamburgische Geschichte in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

Ort: Vortragsraum, 1. Stock, Eintritt frei

„Die Hamburger Schiller-Bibliothek“

11. November 2009
von AP — abgelegt in: Aufgelesen,Schätze der Stabi — 1.584 Aufrufe

Am 10. November 2009 war der 250. Geburtstag Friedrich Schillers. Längst löst das Jubiläum eines Nationalautoren keine Euphorie mehr aus wie noch vor 150 Jahren, als in Hamburg mit einem großen Festzug zum 100. Geburtstag des Schriftstellers dessen Leben und Werk gewürdigt wurde.

An dieser Begeisterungswelle wollte auch der Berliner Buchhändler Stargardt partizipieren und veröffentlichte 1859 ein Verzeichnis zu einem Teil der Schiller-Bibliothek, die er schon 1851 von dem älteren Sohn Karl Schiller erworben hatte. Der Hamburger Buchhändler Isaak Salomon Meyer – genannt Ismeyer – erwarb schließlich die Sammlung von 144 Bänden und dachte, sie ebenfalls gewinnbringend weiter zu verkaufen. Doch war von den wohlhabenden Hamburger Kaufleuten niemand an dem Erwerb von Büchern interessiert. Selbst eine Lotterie fand nur wenig Zuspruch. Der Losgewinner schenkte die Bände dann 1867 der Hamburger Stadtbibliothek, die der Provenienz der Bücher ebenfalls nur wenig Bedeutung beimaßen und Dubletten aussonderten. Jahrzehnte später konnten einige Exemplare zurückgekauft werden.

Die Hamburger Schiller-Bibliothek wurde bis zum Zweiten Weltkrieg in einem eigens dafür angefertigten Schrank, dem „Schiller-Schrank“, aufbewahrt. Die Sammlung war während des Krieges zusammen mit anderen wertvollen Bibliotheksgütern im sächsischen Schloss Lauenstein ausgelagert und galt nach Kriegsende lange Zeit als verschollen. Im Rahmen einer Beutegutrückführung kehrten wenige Bände 1996 aus Tiflis (Georgien) an die SUB zurück. Ein Großteil der „Hamburger Schiller-Bibliothek“ kann heute in der Russischen Nationalbibliothek Petersburg nachgewiesen werden.

 

Zu Friedrich Schillers Jubiläum siehe auch:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1067093/ 

SUB: Fernleih-Büro und Fernleih-Auskunft geschlossen: 10.-13.11.2009.

10. November 2009
von DL — abgelegt in: Aktuelles — 1.238 Aufrufe

Das Büro der Fernleihe (Ausleihzentrum, Zimmer 29) ist wegen eines Personalengpasses vom 11.-13. November 2009 für Auskünfte geschlossen. Die Fernleih-Auskunft im Informationszentrum ist in diesem Zeitraum nicht besetzt. Fernleihbestellungen sind davon nicht betroffen und weiterhin möglich. Die gelieferten Fernleihen werden wie gewohnt für Sie bearbeitet und liegen nach Benachrichtigung am jeweiligen Ausgabeort für Sie bereit.

luchs.PNGSeit 1986 verleihen DIE ZEIT und Radio Bremen jährlich den renommierten Kinder- und Jugendbuchpreis LUCHS in einer feierlichen öffentlichen Veranstaltung. Der Jahres-LUCHS wird aus den zwölf Monats-LUCHSEN gekürt, die in der ZEIT und von Radio Bremen vorgestellt werden. Er ist mit 8.000 Euro dotiert. Meg Rosoff ist mit „Damals, das Meer!“ (beim Hamburger Carlsen-Verlag erschienen) die diesjährige Preisträgerin. Zur Preisverleihung an sie und die Übersetzerin Brigitte Jakobeit sprechen Rainer Esser (Geschäftsführer DIE ZEIT) und Jan Metzger (Intendant Radio Bremen) sowie Christa Goetsch (Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Schule und Berufsbildung). Die HipHop Academy Hamburg performt. Die LUCHS-Bücher des Jahres 2009 werden vorgestellt von Susanne Mayer (Vorsitzende der LUCHS-Jury). Nach der Laudation auf die Preisträgerin folgt eine Lesung aus „Damals, das Meer!“.

Ort: LICHTHOF im Altbau, Eingang Edmund-Siemers-Allee / Ecke Grindelallee. 12. November 2009, 19.30 Uhr
Reservierung bei Julia Litschko (DIE ZEIT), E-Mail: julia.litschko@zeit.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eintritt frei.

Deutschland liest – Hamburg liest vor! (13.11.)

5. November 2009
von MG — abgelegt in: Aktuelles — 2.346 Aufrufe

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Die großen Bibliotheken in Hamburg gestalten gemeinsam einen Vorlesetag an besonderen Orten. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Deutschland liest- Treffpunkt Bibliothek“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler

  • werden von 10 bis 16 Uhr in Zügen der Linien U3 und S3 Geschichten vorgelesen und
  • von 17 bis 19 Uhr lesen Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft in der Rathausdiele, moderiert von Dr. Rainer Moritz, Literaturhaus Hamburg.

Die Aktion am 13. November 2009 steht in Hamburg unter der Schirmherrschaft von Bürgerschaftspräsident Berndt Röder.

Nach der erfolgreichen Auftaktaktion im vergangene Jahr in der Europa-Passage haben Hamburgs große Bibliotheken im Deutschen Bibliotheksverband auch in diesem Jahr interessante Orte gesucht, um Hamburgerinnen und Hamburger für die Literatur – und das Angebot der Bibliotheken – zu begeistern.
Dazu Prof. Dr. Gabriele Beger, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes und Direktorin der Staatsbibliothek Hamburg: „Die Kampagne des Deutschen Bibliotheksverbandes lenkt die Spots auf die Bibliotheken – und diese zeigen, wie vielfältig, interessant und wichtig sie in unserer Informationsgesellschaft sind. Die Hamburger Aktion mag ich sehr: Die Bibliotheken gehen direkt auf ihre Klientel zu –  alle Bürgerinnen und Bürger Hamburgs – überall!“

Das ganze Hamburger Programm zur Kampagne finden Sie hier.

gramatik.jpgDie Anfänge der niederländischen Kunstliteratur im Barock, dem „Goldenen Zeitalter“ der niederländischen Malerei, zeichnen sich durch einen außerordentlichen Reichtum an Allegorien aus. Aus den Beständen der Staats- und Universitätsbibliothek, der Hamburger Kunsthalle und den Bibliotheken der Universität und auswärtigen Sammlungen werden rund 50 Bücher und Kupferstiche gezeigt, die die Kunst reflektieren.

Berühmte Namen sind dabei Karel van Mander, Arnold Houbraken, Samuel van Hoogstraten und Gérard de Lairesse. Sie behandeln Themen wie Perspektive, Modellzeichnen, Porträt, Antikenrezeption, Biographie, Kunstgeschichte und Bilderskepsis. Die Originale werden ergänzt mit Faksimiles der Titelblätter, Frontispize und Illustrationen, mit Graphiken aus den Kupferstichsammlungen der Kunsthalle und der Staatsbibliothek.
Sie zeigen die Künstler und ihre Lehre – die „Grammatik der Kunst“.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle und dem Kunstgeschichtlichen Seminar. Sie wird kuratiert von Dr. Johannes Hartau.

Ausstellungsraum der Staats- und Universitätsbibliothek im Erdgeschoss. Vom 12. November 2009 bis 17. Januar 2010.
Ausstellungseröffnung am 11. November 2009,  18.00 Uhr im Vortragsraum 1. Stock.

Update: Die gesamten Texte der Ausstellung finden Sie im Artikel Krönender Abschluss von “Grammatik der Kunst”: Online-Katalog.

Hans Henny Jahnn Plakat.pngHans Henny Jahnn entwarf für die 1919 von ihm mitbegründete Glaubensgemeinde Ugrino im Zeitraum von 1916 bis 1923 mehrere Baupläne zu Sepulkral- und Sakralbauten – keiner von ihnen wurde realisiert. Die „Grabkapelle von Ugrino, deren Formen an die Vorhalle von Himmel und Hölle erinnern“ (Jahnn 1917), steht im Mittelpunkt der gezeigten Auswahl aus Jahnns Architekturzeichnungen, in welchen sich das eigene schriftstellerische Werk mit Reflexen zu nordischen Landschaften und zur Musik spiegelt. Ein Beitrag aus der Nachlass-Sammlung zum 530. Jubiläum der Stabi.
Ort: Durchgang zum Altbau, 1. Stock

Campus-Katalog schluckt Alten Alphabetischen Katalog!

26. Oktober 2009
von BP — abgelegt in: Aktuelles — 4.719 Aufrufe

Fertig eingearbeitet in den Campus-Katalog ist jetzt der alphabetische Zettelkatalog der Stabi. Von 1945 bis 1973 wurden hier die Bestände der Stabi verzeichnet. „Retrokonvertiert“ hat ihn die Firma Medea, hinter den Kulissen, seit 2007, ein großes Projekt, das jetzt abgeschlossen ist: 441.541 Datensätze wurden erzeugt; diese Titel sind nun einfach im großen Campus-Katalog recherchierbar.
Als allerletzter Titel hat es das Wörterbuch von Lavrentij Zyzanij geschafft, in dem kirchenslawische, russische und ukrainische Synonyme verzeichnet sind.

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Der Alte Alphabetische Katalog war nach den „Preußischen Instruktionen“ eingerichtet, alphabetisch nach Verfassernamen – gab es einen solchen nicht, wurde der Titel nach dem ersten Substantiv im Nominativ abgelegt. Das „Hamburger Abendblatt“ fand man unter „Abendblatt Hamburger“, den Titel „Hamburg, Deutschlands Tor zur Welt“ unter „Hamburg Tor Deutschland“.
Schlussendlich enthielt der Katalog ca. 1,5 Millionen Zettel. Das ergibt, stellte man die Zettel hintereinander in eine Reihe, eine Länge von 350 m oder 5,7 Meter pro Jahr. Der Weltrekordhalter im 400-Meter-Lauf benötigte nicht einmal 43 Sekunden für diese Strecke, um an 61 Jahren bibliothekarischer Arbeit entlang zu laufen.

Nach 1974 hatte die Stabi für die nächsten 20 Jahre einen Mikrofiche-Katalog, seit 1995 ist der Campus-Katalog online. Parallel existierte der Zettel-Katalog als Imagekatalog weiter, s. unseren Blog-Eintrag vom 22.6.2006.
Jetzt wird er noch bei den Katalogen verzeichnet sein, auf der Katalogseite der Stabi.

Am Samstag, den 7. November 2009 verkauft die Ärztliche Zentralbibliothek (ÄZB) im Rahmen der Nacht des Wissens in der Zeit von 18  bis 24 Uhr  Bücher aus vielen Fachdisziplinen der Medizin (Spenden und mehrfach vorhandene Bücher) sowie ältere Auflagen von Lehrbüchern zu günstigen Preisen (ab 1 Euro). Weitergestöbert werden kann auch noch vom 9. bis 10. November jeweils in der Zeit von 9 bis 17 Uhr. Der Erlös aus dem Bücherverkauf kommt vollständig dem Erwerb von
aktueller medizinischer Fachliteratur zugute

Open-Access-Woche: Open Access und Archive

23. Oktober 2009
von IM — abgelegt in: Open Access — 1.760 Aufrufe

von Rainer Hering

OA_Week_Banner_gelb.jpgArchive sind das Gedächtnis einer Stadt oder eines Landes. Sie sind nachhaltig daran interessiert, dass das bei ihnen für die Zukunft gesicherte Wissen von allen Interessierten genutzt werden kann. Daher wollen sie öffentlich machen, was bei ihnen erforscht werden kann.

Archive veröffentlichen zumeist Findbücher, Editionen, Konferenz- bzw. Sammelbände und Ausstellungskataloge. Bei Findbüchern oder Beständeübersichten sowie anderen Publikationen, die in bestimmten Abständen aktualisiert werden müssen, sind kleine Auflagen mit der Möglichkeit der Überarbeitung sinnvoll. Ziel ist die möglichst effektive Informationsverbreitung. Finanzielle Erträge werden durch Veröffentlichungen in der Regel nicht angestrebt. Um unterschiedliche Recherchestrategien zu ermöglichen und breite Nutzergruppen zu erreichen, bieten sich sowohl die klassische Druckausgabe als auch parallel die Internetpublikation an:

  • Das gedruckte Buch hat den Vorteil der Sichtbarkeit, die gerade gegenüber den finanziellen Trägern eines Archivs für eine öffentliche Präsentation wichtig ist. Es kann als repräsentatives Geschenk überreicht werden, steht allen auch ohne Internetzugang zur Verfügung und bietet durch die Möglichkeit des Blätterns spezifische Suchstrategien. Wird es im Print-on-Demand-Verfahren gefertigt, dem Druck auf Bestellung, bietet dies zwei immense Vorteile: Der Titel ist niemals vergriffen, Änderungen können ohne größeren Aufwand ausgeführt werden.
  • Das Internet hat den Vorteil einer weiten Verbreitung, die Online-Publikationen sind weltweit zugänglich und erhöhen deutlich die Sichtbarkeit der Archive. Zudem werden sie durch Internetsuchmaschinen erfasst und auch bei nicht gezielten Archivrecherchen gefunden. Der kostenfreie Zugang erleichtert es vielen, die Informationen schnell und ohne großen Aufwand wahrzunehmen und bei sich zu speichern.
  • Darüber hinaus bietet eine Publikation im Internet auch die Möglichkeit, Medienbrüche zu vermeiden. So können zum Beispiel Film- und Tonbeispiele in Textdateien integriert werden. Vergleichbares ist bei Buchpublikationen nur durch die Beilage einer CD-ROM oder DVD möglich. Durch die Integration multimedialer Elemente werden innovative Publikationsformen ermöglicht und die Veröffentlichungsbandbreite von Archiven deutlich erweitert. Denkbar sind zum Beispiel Findbücher oder Beständeübersichten mit integrierten Bild-, Ton- und Filmbeispielen, um verschiedene Bestände miteinander zu verknüpfen.

Landesarchiv_Schleswig-Holstein_LogoDie Anforderungen an archivische Publikationen im 21. Jahrhundert decken sich dem Open-Access-Konzept. Mich hat dieser Ansatz schon früh überzeugt. Im Jahr 2004 habe ich begonnen, die Veröffentlichungsreihe des Staatsarchivs Hamburg im Verlag der Stabi Hamburg University Press als hochwertige Print-on-Demand-Ausgabe und gleichzeitig kostenfrei im Internet zum Ansehen und Herunterladen anzubieten.

Das Landesarchiv Schleswig-Holstein, dessen Leitung ich 2006 übernommen habe, ging drei Jahre später sogar noch einen Schritt weiter und unterzeichnete nach einem überregionalen Ausschreibungsverfahren mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, zu der Hamburg University Press gehört, einen Rahmenvertrag für seine Veröffentlichungsreihe, in dem Open Access explizit vereinbart wird.

Die finanziellen Aufwendungen sind überschaubar, Informationen sind schnell verfügbar, die archivische Sichtbarkeit wird deutlich erhöht, archivische Veröffentlichungen finden eine breite überregionale und internationale Resonanz – dadurch wird die Möglichkeit internationaler Zusammenarbeit wesentlich verbessert. Innovative Publikationsverfahren bieten die Chance, das vielfältige archivische Spektrum von Text, Bild, Ton und Film geschickt zu verbinden.

Open-Access-Publizieren ist also eine Chance gerade auch für Archive, die in Hamburg und Schleswig-Holstein bereits genutzt wird.

Über den Autor

Prof. Dr. Rainer Hering leitet das Landesarchiv Schleswig-Holstein und lehrt Neuere Geschichte am Historischen Seminar der Universität Hamburg.