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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Hamburg 1883 | 2016 – Der nördliche Grasbrook damals und heute, Teil 2

29. September 2016
von HS — abgelegt in: Aktuelles,Hamburg,Schätze der Stabi — 942 Aufrufe

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Der zweite Teil unserer sechsteiligen Blog-Serie „Hamburg 1883 | 2016 – Der nördliche Grasbrook damals und heute“ präsentiert weitere sechs Fotos, die 1883 kurz vor dem Baubeginn der Speicherstadt entstanden sind. Der Fotograf Georg Koppmann hatte sie im Auftrag der Stadt Hamburg aufgenommen. Sie sind mit weiteren 30 in der Sammlung „Hamburg 1883. Aufnahmen der niederzulegenden Stadttheile“ zusammengefaßt. Alle sind frisch von der Stabi digitalisiert und komplett downloadbar.

Anlässlich dieser elektronischen Ausgabe haben wir den historischen Fotos jeweils zeitgenössische Aufnahmen vom – wo es möglich war – gleichen Standort aufgenommen gegenübergestellt. Zusätzlich werden kurze Anmerkungen die Bilder in Beziehung setzen. Auf diese Weise möchten wir visuell einen spannenden Bogen vom Früher zum Jetzt schlagen.

Als Orientierungshilfe für die historischen Aufnahmen steht Ihnen zusätzlich ein Ausschnitt eines amtlichen Hamburger Stadtplans von 1868 (Signatur: Kt H 180: 1,1868  Gesamtdownload) für Sie zur Verfügung.1

 

Bild 7: Kehrwieder und Brooksbrücke

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Die Kehrwiederinsel wurde beim Bau der Speicherstadt begradigt. So verläuft sie nicht mehr – wie auf dem historischen Foto – leicht geschwungen. Jedoch ist die Straße „Kehrwieder“ immer noch die Norduferstraße der Insel.

 

Bild 8: Mührenfleth von der Brooksbrücke aus gesehen

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Das Mührenfleth war das Teilstück des heutigen Zollkanals, das an der Straße „Bei den Mühren“ lag, von der „Mattentwiete“ bis zum „Steckelhörn“ führend. Beide Fotos sind nach Osten blickend von der Brooksbrücke entstanden.

 

Bild 9: Holländische Reihe, Kalkhof und Mührenfleth

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Die Straße „Holländische Reihe“ gibt es nicht mehr. Bei der Anlage des Wandrahmsfleet mußte diese Norduferstraße der östlichen Kehrwiederinsel weichen, ebenso wie der „Holländische Brook“, die Verlängerung der „Holländischen Reihe“. Stellvertretend wurden aber auf dem östlichen Rest der Kehrwiederinsel nördlich des St. Annenfleets bzw. Holländischbrookfleets wieder zwei Uferstraßen angelegt, das „St. Annenufer“ und deren Verlängerung, der gleichbenannte „Holländische Brook“. Die „Holländische Reihe“ verlief in etwa von der heutigen Wandbereiterbrücke schräg nach Nordwest bis zum Westende des heutigen „Neuen Wandrahms“. Daher kann das aktuelle Foto mit dem Wandrahmsfleet Richtung „Kannengießerort“ nur ungefähr deren Lage wiedergeben.
Der Kalkhof war eine städtische Einrichtung für das öffentliche Bauwesen (siehe auch Bild 11). Der Hintergrund des alten Bildes blickt aus der entgegengesetzten Richtung in das Mührenfleth wie das Bild 8. Durch die wasserbaulichen Veränderungen kann man auf dem aktuellen Bild nicht mehr in den Zollkanal (ehemals Mührenfleth) sehen.

 

Bild 10: Spenshörn, Pickhuben vom Brook aus gesehen

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Der „Spenshörn“ war eine – nicht mehr bestehende – kleine Straße, die nördliche Verlängerung der Kibbeltwiete bis zum Mührenfleth nebst kleiner Stichstraße nach Osten. Zu verorten wäre sie heute schätzungsweise im Verlauf der Kibbelstegsbrücke vom „Brook“ bis zum Zollkanal. Aufgenommen wurde das Foto von der Kreuzung, wo „Brook“, „Kibbeltwiete“ und „Pickhuben“ sich trafen. Diese Kreuzung lag tatsächlich in etwa dort, wo auch heute „Brook“, Kibbelstegbrücke (als Reminiszenz an die „Kibbeltwiete“) und „Pickhuben“ aufeinandertreffen, allerdings verlief der „Pickhuben“ etwas nördlicher.

 

Bild 11: Kalkhof

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Der Kalkhof war bereits auf Bild 9 in einem Ausschnitt zu sehen. Hier sieht man in den Innenhof. Zur Beschreibung und Lage dieser Institution erläutert das Hamburg-Lexikon „Auf dem Kalkhof waren alle erforderlichen Einrichtungen zur Herstellung des vom öffentlichen und privaten Bauwesen benötigten Kalkmaterials (Kalköfen, Göpelmühlen) untergebracht. […] Als städtische Einrichtung entstand der Kalkhof Mitte des 14. Jhs. […] auf dem Wandrahm […].“ (Hamburg-Lexikon, 3., aktual. Aufl. Hamburg: Ellert & Richter, 2005). Jedoch scheint die Lage nach dem Stadtplan von 1868 (Signatur: Kt H 180: 1,1868 Download) und dem hier gezeigten Foto von 1883 nicht mit der Beschreibung des Hamburg-Lexikons übereinzustimmen. Hinweise zu einer Aufklärung dieser Unstimmigkeit sind herzlich willkommen. Das Gebäude auf dem Bild diente wohl als Speicher. Das neue Bild zeigt in etwa die Lage, wo der Kalkhof gestanden haben mag, etwa nördlich vom heutigen „Sandthorquaihof“.

 

Bild 12: Dovenfleth und Ecke Hinter der Lembkentwiete

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Die Straße „Dovenfleth“ verlief 1883 etwa auch dort, wo sie heute verläuft. Damals jedoch standen am gesamten Uferrand Gebäude, so daß die Straße im Gegensatz zu jetzt beidseitig bebaut war. Der Blick des Fotografen richtet sich nach Osten, links geht die nicht mehr bestehende Straße „Hinter der Lembkentwiete“ ab.

 

Der nächste Artikel aus dieser Serie erscheint am 6.10.2016. Alle bereits erschienenen Artikel dieser Blog-Serie können Sie hier aufrufen.

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1 Der Stadtplan von 1868 ist von den bereits von der Stabi digitalisierten Stadtplänen vor 1883 der detailreichste amtliche für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Alle wesentlichen Gegebenheiten, die auf den Fotos von Georg Koppmann zu sehen sind, spiegelt er trotz des 15 Jahre früheren Erscheinens wieder.

Eine Antwort zu “Hamburg 1883 | 2016 – Der nördliche Grasbrook damals und heute, Teil 2”

  1. […] Der Blick in den Mührenfleth ist ungefähr vom Standort der heutigen Kibbelstegbrücke Richtung Osten in den Fleet gerichtet. Im Hintergrund sieht man den Übergang in das Dovenfleet. Heute sind beide Fleete der Zollkanal. Die Straße „Spenshörn“ existiert nicht mehr (siehe auch Bild 10). […]

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