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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Nachlass von Werner von Melle online

9. Mai 2019
von MA — abgelegt in: E-Medien,Schätze der Stabi — 384 Aufrufe

Werner von Melle. Gemälde von Henry Ludwig Geertz (1911) Zum Universitätsjubiläum ist der Nachlass von Werner von Melle nun online einsehbar. Der Hamburger Senator und Bürgermeister Werner von Melle (1853-1937) war eine zentrale Persönlichkeit in der Ausprägung und Gestaltung des Hamburger Bildungswesens und war maßgeblich an der Gründung der Hamburgischen Universität im Jahr 1919 beteiligt.

Testamentarisch hat von Melle der Staats- und Universitätsbibliothek seine Korrespondenz und eine Sammlung mit Kabinettfotografien vermacht. Seine Korrespondenzpartner waren u. a. Gelehrte, Kaufleute, Politiker, Dichter und Künstler, darunter Namen wie Albert Ballin, Ernst Cassirer, Ida und Richard Dehmel, Gustav Freytag, Ricarda Huch, Hans Leip, Alfred Lichtwark, Johann Georg Mönckeberg, Robert Münzel, Richard Ohnsorg, Erwin Panofsky, Max Sauerlandt, Gustav Schiefler, Fritz Schumacher, Max Warburg.

Die Briefe sind ihrer ursprünglichen Ordnung folgend nach Personengruppen signiert. Die einzelnen Personengruppen sind in den Digitalisierten Beständen über die Signatur recherchierbar, z. B. „Hamburger Künstler“ unter „NvM : HK“. Wird innerhalb einer Personengruppe eine bestimmte Person gesucht, fügt man den Nachnamen an. Beispiel: Bei einer Suche nach Ida und Richard Dehmel sucht man nach „NvM : HK : Dehmel“.

Eine Übersicht mit den Signaturen der vorkommenden Personengruppen sowie der Zugang zu den Digitalisaten findet sich auf der folgenden Seite:

https://www.sub.uni-hamburg.de/de/sammlungen/nachlass-und-autographensammlung/nachlass-werner-von-melle.html

Carolin Vogel

Das Dehmelhaus in Blankenese

Künstlerhaus zwischen Erinnern und Vergessen

„Dem größten deutschen Dichter wurde eine Villa geschenkt“ titelte eine italienische Tageszeitung 1913. Hundert Jahre später stand Richard Dehmels Haus vor dem Verfall. Was war passiert?

Das Ehepaar Richard und Ida Dehmel (um 1901)

Dieses Buch rekonstruiert die Geschichte eines außergewöhnlichen Ortes und seiner Bewohner. Es erinnert an zwei Schlüssel­figuren der künstlerischen Moderne: an den Lyriker Richard Dehmel (1863–1920), der Thomas Mann entdeckte, Karl Schmidt-Rottluff bewegte und Arnold Schönberg inspirierte, und an die Kunstförderin Ida Dehmel (1870–1942), die Schriftsteller anregte, für Frauenrechte kämpfte und den Künstlerinnenverband GEDOK gründete.

Basierend auf Briefen wird der Wandel des Gesamtkunstwerkes Dehmelhaus vom sagenumwobenen Künstlertreffpunkt zum Erinnerungsort nachgezeichnet. Das vorliegende Werk fragt nach Gründen für sein Verschwinden und zeigt, wie das Dehmelhaus dennoch den Stürmen des 20. Jahrhunderts standhielt.

Das Dehmelhaus von Süden (um 1912)

Während ihrer Forschung nutzte die Autorin u. a. intensiv das umfangreiche Dehmel-Archiv der Stabi, das seit 1926 Eigentum der Bibliothek ist,  jedoch bis 1939 im Dehmelhaus untergebracht war.

Angaben zur Veröffentlichung
Erschienen als frei verfügbare PDF-Datei (Lizenz: CC BY 4.0) und
als Printausgabe:
ISBN 978-3-943423-60-0,
XIV, 481.S., 52 Abbildungen (davon 20 farbig),
Hardcover, 15,1 x 22,5 cm,
39,80 EUR.

Das Werk wurde durch die Dehmelhaus Stiftung ermöglicht.

Seit über zehn Jahren setzt sich die Stabi Hamburg für eine möglichst umfassende, weltweit offen zugängliche und qualitätvolle Transformation des Hamburger kulturellen und wissenschaftlichen Erbes in die digitale Form ein. Die Retrodigitalisierung ist orientiert an den Bedürfnissen von Wissenschaft, Bildung und dem Interesse eines breiten Publikums an den schriftlichen und bildlichen Kulturgütern der Hansestadt.

Das Spektrum ist breit: zwischen den Stadtplänen, Adressbüchern, Architekturfotos oder Stadtteilzeitschriften, die jede/r eingefleischte Hamburg-Liebhaber/in gern nutzt und kennt, und den besonderen Materialien aus den Tresoren der Stabi, wie den Papyri, den hebräischen Handschriften oder dem Nachlass des Universalgelehrten Joachim Jungius aus dem 17. Jahrhundert, die für eine kleine Gemeinde hochspezialisierter Wissenschaftler digitalisiert werden, ist eine breite Palette von Texten, Bildern und Objekten in den „Digitalisierten Beständen“ zu sehen.

Was es dort gibt, was künftig noch hinzukommen soll, und nach welchen Kriterien dieses digitale Schaufenster der Stabi gefüllt wird, beschreibt der Vortrag „Digitale Kulturgüter im Open Access: Forschungsrohstoff für Hamburg und die Welt“ am 24. Oktober von 14 bis 15 Uhr im Vortragsraum (1. Etage).
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Digitalisierung der Hamburger Palmblatthandschriften

1. Juni 2018
von MEM — abgelegt in: Schätze der Stabi — 967 Aufrufe

Ein Beitrag zur Forschungsförderung und Bestandserhaltung.

Die Welt rückt enger zusammen … zumindest technisch gesehen. Globalisierung und technische Weiterentwicklung lassen zuvor lange Zeit kaum beachtete Handschriften außereuropäischer Kulturen zunehmend in den Fokus der Forschung treten.

Abb. 1 Indische Palmblatthandschrift 35.3161, fol. 54v-55r

Abb. 1 Indische Palmblatthandschrift 35.3161, fol. 54v-55r

478 indische Palmblatthandschriften werden seit dem frühen 20. Jahrhundert in der Stabi Hamburg aufbewahrt – Schriftzeugnisse auf einem für Europäer ungewohntem und zerbrechlich anmutendem Material (Abb. 1). Selbst wer die verschiedenen indischen Schriften wie Grantha, Telugu, Devaganari – nicht lesen kann, nimmt die in die Oberfläche der getrockneten Palmblätter eingeritzten Texte als sehr dekorativ wahr. Dazu trägt auch bei, dass diese Einritzungen meist noch durch die Aufbringung eines rußhaltigen Öls geschwärzt wurden, um ihre Lesbarkeit zu erhöhen.
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Zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit…

30. April 2018
von MEM — abgelegt in: Schätze der Stabi — 579 Aufrufe

Streifzüge in der Stabi Hamburg…bzw. der Arbeiterbewegung, ein Beitrag aus der Reihe «Streifzüge in der Stabi» zu „Arbeit in vormoderner Kunst und Manuskriptkultur“.
 
 

Zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit bzw. der Arbeiterbewegung, ein kurzer Streifzug zu „Arbeit in vormoderner Kunst und Manuskriptkultur“ (Abb. 1).

Abb. 1 Psalter, Mitte 13. Jh.: Hamburg,
SUB, Cod. in scrin. 83: Kalendarblatt für Februar

Bis Arbeit neutral und im profanen Kontext dargestellt wurde, sollte einige Zeit vergehen. Denn mit Blick auf das Mittelalter spiegelt die Arbeit einerseits ein Ideal des Benediktinerordens wider, bekannt in der Kurzform „ora et labora“ – bete und arbeite. Bei den Benediktinern wurde unter „labor“ manuelle Arbeit und damit ein Teil des Tagwerks verstanden, das durch Gebet und Arbeit rhythmisiert wurde.

Prinzipiell eher positiv bewertet und von manchen als Keim einer Lebensform betrachtet, die trotz gegenteiligem mönchischem Ideal meist zu Besitz und Reichtum führte, ist dies nur die eine Seite der Medaille. Denn andererseits haben sich die ältesten Darstellungen von Arbeit nur aus biblischem und religiösem Kontext erhalten, also etwa die Illustration der „Ersten Arbeiten“, welche Adam und Eva nach dem Sündenfall ausführen mussten wie an den Hildesheimer Bronzetüren (Abb. 2; um 1020) oder der Bau der Arche Noahs und der Turmbau zu Babel wie hier bei den Elfenbeintäfelchen, die zu einem Altarantependium im süditalienischen Salerno gehören und im 9. Jahrhundert entstanden sind (Abb. 3, 4).
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Das Heiligenstädter Testament in der Elbphilharmonie

1. September 2017
von MJGT — abgelegt in: Hamburg,Schätze der Stabi — 2.021 Aufrufe

Beethovens berühmter Brief im Original als Leihgabe der Stabi zur Eröffnung der neuen Konzertsaison.

Heiligenstädter Testament

Das NDR Elbphilharmonie Orchester hat heute Abend unter der Leitung von Thomas Hengelbrock die neue Konzertsaison eröffnet. Der Auftakt stand ganz im Zeichen von Ludwig van Beethoven. Zunächst ist Beethovens Musik zu Goethes »Egmont« in einer neu konzipierten, halbszenischen Fassung mit dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer aufgeführt worden, dann folgten im Rahmen des Nachtstudios Lesungen, Lieder und Klavierwerke von Ludwig van Beethoven. Brandauer hat dabei auch aus einem Brief Beethovens an dessen Brüder Kaspar Karl und Johann aus dem Jahr 1802 gelesen. Ein wichtiges Dokument, bekannt als «Heiligenstädter Testament». Das Original ist Teil der Musiksammlung der Stabi Hamburg und war als Leihgabe unseres Hauses im Rahmen der Saisoneröffnung heute Abend in der Elbphilharmonie zu sehen.

Wir nehmen dies zum Anlass, hier nicht nur die Information zu veröffentlichen, die heute Abend auch die Besucher der Elbphilharmonie vorgefunden haben, sondern liefern am Ende dieses Artikels auch den Link auf das Originaldigitalisat sowie einen Erläuterungstext samt Übertragung des Briefes. Das kostbare Exponat ist für die Besucher der Opening Night in der Elbphilharmonie mit folgenden Worten begleitet ausgestellt worden:
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Arabische Handschriftenfragmente

10. Juli 2017
von MEM — abgelegt in: Aktuelles,Schätze der Stabi — 979 Aufrufe

Koptisches Fragment ZZ, 16r (14. Jh.)

Koptisches Fragment ZZ, 16r (14. Jh.): Johannes-Evangelium 20,20-23, im quadratischen Feld Schreiberverse mit Datierung in das Jahr 731 Hiğra (=1330/31 n.Chr.; julianischer Kalender).

Neuerscheinung: Arabische Handschriftenfragmente der koptischen Klöster Dayr Abū Maqār und Dayr Abū Pšoi der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Über 5.000 zuvor völlig unbearbeitete Fragmente arabischer Handschriften aus den koptischen Klöstern Dayr Abū Maqār und Dayr Abū Pšoi sind nun dank der Arbeit von Dr. Veronika Six in zwei gewichtigen Katalogbänden als Grundlage für die weitere Erforschung erschlossen. Die Bearbeitung erfolgte im Einvernehmen mit der deutschen morgenländischen Gesellschaft und im Auftrag der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (=KOHD). Die Ergebnisse werden in der Reihe „Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland“ (VOHD) in Form der beiden Teilbände 43,1-2 publiziert.

Zwischen 1966 und 1968 wurden die jetzt analysierten Papierfragmente für die Stabi erworben. Bei den Stücken handelt es sich um Texte, welche die in den beiden koptischen Klöstern gepflegte Liturgie und Theologie und damit das religiöse und geistige Leben widerspiegeln. Das nordwestlich von Kairo gelegene Makariuskloster und das in der Vergangenheit eng damit verbundene Pšoikloster sind mit ihren ursprünglich reichen Buchbeständen für die Kenntnis der koptischen Handschriftenkultur in Europa von zentraler Bedeutung. Weiter lesen „Arabische Handschriftenfragmente“

Streifzüge in der Stabi Hamburg Streifzüge in der Stabi Hamburg.

Beim Kennenlernen der hochkarätigen Handschriftenbestände der Stabi fiel der neuen Referentin für Handschriften, PD Dr. Monika Müller, in einer Psalterhandschrift des 13. Jahrhunderts einiges Faszinierendes auf …

 

Orient und Okzident – Spuren von Krieg und Frieden in Kunst und Kultur des Mittelalters

Orient und Okzident – ihr gespanntes oder friedliches Verhältnis zueinander – sind nicht nur derzeit aktuelle Themen. Das Interesse an der jeweils anderen Kunst und Kultur hat auch nicht erst im Jahr 1480 Spuren hinterlassen, als Sultan Mehmed II. sich in Istanbul bzw. damals noch Konstantinopel von dem venezianischen Maler Gentile Bellini (1429–1507) porträtieren ließ oder man sich in nachfolgenden Jahrhunderten zunehmend für orientalische Stoffe und Sujets der Malerei begeisterte. Umso faszinierender ist ein Blick in weiter zurückliegende Zeiten wie das 12. und 13. Jahrhundert.

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Von Mark Emanuel Amtstätter.

Wer das Glück hat, Wolfgang Rihms Komposition „Reminiszenz (Hamburg). Triptychon und Spruch in memoriam Hans Henny Jahnn“ zur Eröffnung der Elbphilharmonie zu hören [wir berichteten], könnte den dort vertonten Ausschnitt aus Hans Henny Jahnns Roman „Fluß ohne Ufer“ auch in der Originalhandschrift mitlesen (alle hier gezeigten Abbildungen sehen Sie nach Klick darauf in groß).

Hans Henny Jahnn 'Fluß ohne Ufer'
Weiter lesen „Zur Elbphilharmonie-Eröffnung vertonte Hans Henny Jahnn-Passage in erster Niederschrift und im Typoskript“

Coding Da Vinci Nord: voller Erfolg für alle Beteiligten

7. November 2016
von MJGT — abgelegt in: E-Medien,Hamburg,Schätze der Stabi — 4.184 Aufrufe

Was war das für eine tolle Atmosphäre gestern im Bunker auf dem Heiligengeistfeld im resonanzraum. Nach dem Kickoff des Kulturhackathons Coding Da Vinci Nord vom 17./18.9. haben sich gestern alle Beteiligten wieder getroffen – sowohl die Kulturinstitutionen, die ihre Daten zur Verfügung gestellt haben, als auch die Programmierer und Gestalter, die mit diesen Daten etwas Neues geschaffen haben, um der Projektpräsentation der 17 Teams und der anschließenden Preisverleihung beizuwohnen. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll bei all der Begeisterung, doch machen wir es einfach so: erstmal die Preisträger und dann die Vorstellung der insgesamt sieben Projekte, die sich mit Daten der Stabi befasst hatten.
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